Fazit zum Sommer 2026: Unser Leben zwischen Katamaran und Wohnmobil


Der Sommer 2026 war für uns voll von Überraschungen, neuen Erkenntnissen, neuen Begegnungen, neuen Erfahrungen.
Vor allem haben wir eine neue Seite an uns kennengelernt und gelernt, uns neue Grenzen zu setzen.
Wenn das Leben nicht nach Plan verläuft
Das meiste ist in unserem Leben nie nach Plan gelaufen.
Ich hätte sonst längst in Australien gelebt, so wie ich es mir mit achtzehn Jahren vorgestellt hatte.
Aber man lernt mit der Zeit, sich anzupassen, und sucht neue Wege, sein Glück trotzdem zu finden.
So wie wir uns das Leben auf dem Wasser vorgestellt haben, ist es nicht geworden.
Das perfekte Leben gibt es nicht, und so haben wir es uns auch nicht vorgestellt.
Ich bin froh, dass wir nicht gleich am Anfang aufgegeben haben.
So konnten wir unglaubliche Buchten erleben, Naturmomente, alte Geschichten und vieles mehr.
Man muss sich anpassen.
Optionen durchdenken.
Nicht stehen bleiben.
Und es weiter versuchen.
Gäste an Bord – unser Zuhause für ein paar Tage geteilt
Die Zeit war auch herausfordernd.
Wenn wir Gäste an Bord hatten, haben wir unser Zuhause geteilt – unsere 45 Quadratmeter, und die Wände sind dünn.
Jeder Mensch hat seine eigenen Gewohnheiten.
Wir wollten unseren Gästen unsere Welt ein Stückchen näherbringen, ihnen eine unvergessliche Zeit schenken. Ich glaube, das ist uns ganz gut gelungen.
Trotzdem trägt man in diesen Momenten Verantwortung, nicht nur für sich selbst.
Was für uns mittlerweile selbstverständlich ist, ist für die meisten unserer Gäste Neuland.
Nach jedem Besuch waren wir ausgelaugt.
Nicht körperlich, eher mental.
Es hat einige Tage gedauert, bis sich bei uns wieder ein Normalzustand einstellte.
So hatten wir uns das nicht vorgestellt.
Es war trotzdem jedes Mal schön zu sehen, wie unsere Gäste genau das genießen konnten, was uns an diesem Leben fasziniert. Es ist schwer, das in Worte zu fassen.
Es sind nicht nur die schönen Buchten, das klare Wasser, der Sonnenaufgang oder die Schildkröten, die einen morgens begrüßen.
Es ist auch der Zustand, in dem man sich befindet, wenn für ein paar Tage alles etwas schaukelt, das Wasser plätschert, der Wind um die Ohren weht und manchmal kein Internet da ist.
Die Gedanken werden ruhiger, der Blick offener.
Weniger Gäste, mehr Zeit zu zweit

Wir entschieden uns, weniger Gäste mitzunehmen, damit wir nicht wieder in unsere alten Muster fallen. Nur funktionieren.
Dafür haben wir unser Leben nicht auf den Kopf gestellt.
Wir genossen viel Zeit zu zweit und erkundeten ausgiebig die türkische Küste. Wir machten uns mit den unterschiedlichen thermischen Gegebenheiten vertraut und segelten deutlich weniger, als wir es uns vorgestellt hatten.
Viel Langeweile – und was sie uns gezeigt hat
Diese Zeit war sehr intensiv für uns. Sie hat uns noch einmal deutlich gezeigt, wie wir uns das Leben vorstellen, was uns glücklich macht und was uns nicht passt.
Es klingt vielleicht seltsam, aber wir hatten wirklich viel Langeweile.
Es hat uns klargemacht, dass wir keine zwei Menschen sind, die den Rest ihres Lebens nur mit Haushalt, Reisen, Kochen und Nichtstun verbringen können.
Uns fehlt die Arbeit, beziehungsweise der Sinn dahinter.
Der Sommer hat uns auch gezeigt: dauerhaft auf dem Boot wollen wir nicht leben.
Nicht, weil uns Maido oder das Leben auf dem Wasser nicht gefällt.
Im Gegenteil.
Es gefällt uns sogar sehr gut. Maido ist perfekt für uns.
Aber wir brauchen Abwechslung.
Wir sind keine zwei Menschen, die stehen bleiben können. Wir brauchen neue Herausforderungen, die wieder neue Motivation bringen, und so könnte für uns ein Kreis entstehen.
Wir sind noch am Suchen.
Vielleicht ist das genau der Grund, warum wir damals überhaupt auf die Idee mit dem Katamaran gekommen sind.
Vielleicht brauchen wir gar kein Leben, das immer gleich aussieht.
Vielleicht brauchen wir ein Leben, das sich verändern darf.
Vom Katamaran zurück ins Wohnmobil

Der Sommer geht in der Türkei vier bis fünf Monate, und wir haben uns bewusst entschieden, nicht noch einen Winter auf dem Boot zu verbringen.
Wir werden unseren Camper holen und nach Deutschland fahren.
Nicht weil unser Plan gescheitert ist.
Eher, um neue Wege zu finden, wie wir unsere Zeit sinnvoll verbringen.
Wir sind nicht reich geboren und haben nichts geerbt.
Auch wenn wir sehr minimalistisch leben, müssen wir uns finanzieren.
Ich bin etwas wehmütig und muss zugeben, dass mir das noch schwerfällt, und dass ich Bedenken habe, wie wir es hinkriegen.
Maido im Winterhafen
Wir sind in unserem Winterhafen angekommen und bereiten Maido gerade vor.
Das Boot lassen wir kranen, über den Winter steht es an Land.
Es gibt uns ein sicheres Gefühl, wenn wir so lange nicht da sind.
Im Sommer 2027 wollen wir mit Maido wieder aufs Wasser.
Mit dem, was wir in diesem Sommer gelernt haben, werden wir anders zurückkehren als wir gekommen sind.
Was bis dahin passiert, wissen wir noch nicht.
Aber vielleicht muss man das auch nicht immer wissen.
Wenn du uns auf diesem ungewöhnlichen Weg weiter begleiten möchtest – du bist herzlich willkommen.


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