Segeln Türkei: Unser Start in Bozburun – und warum sich plötzlich alles anders anfühlte
- Barbora

- 4. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. Juni

Ankommen in Bozburun – und ein neuer Rhythmus
Bozburun ist eine kleine, charmante Hafenstadt an der türkischen Ägäisküste.
Schon bei der Einfahrt fiel uns sofort etwas auf:
unzählige traditionelle Gulets, die den Hafen füllten und sich selbst an den kleinsten freien Stellen entlang der Küste festgemacht hatten.
Mitte September wirkte der Ort fast wie im Übergang.
Nicht mehr Hochsaison – aber auch noch nicht ganz ruhig.
Ein Ort, der langsam in den Winterschlaf geht.
🧾 Einklarieren – komplizierter als gedacht

Am nächsten Morgen wollten wir das Einklarieren direkt hinter uns bringen.
Unser Dinghy konnten wir unkompliziert vor der Polizeistation festmachen.
Und trotzdem wurde schnell klar: Einfach wird es nicht.
Selbst mit türkischem Pass mussten wir einen Agenten beauftragen.
Direkt am Eingang warteten bereits zwei Anbieter.
Bereit.
Organisiert.
Und vor allem: teuer.
Wir lehnten ab.
Also liefen wir erst einmal los, hinein in die kleine Stadt.
Ohne konkreten Plan.
In einem kleinen Restaurant kamen wir ins Gespräch.
So, wie es auf dieser Reise schon so oft passiert ist.
Und plötzlich hatten wir eine neue Option.
Eine Agentin, die uns helfen konnte.
Der Preis war immer noch hoch.
Aber wir hatten keine echte Alternative.
Wir gaben unsere Unterlagen ab und warteten.
Drei Stunden.
Dann war es offiziell:
Wir – und unsere Maido – waren in der Türkei einklariert.
Ein neues Gefühl von Landschaft
Wir wechselten Geld, erledigten ein paar Einkäufe und verließen Bozburun noch am selben Tag in Richtung Marmaris.
Und plötzlich änderte sich etwas.
Nach den kargen Landschaften der letzten Wochen in Griechenland wirkte die türkische Küste fast unwirklich.
Grün.
Dicht.
Lebendig.
Es tat gut, den Blick wieder über diese Landschaft schweifen zu lassen.
Als würde sich etwas entspannen, ohne dass man es bewusst merkt.
Ruhe statt Hafen – unsere Art zu reisen
Für die Nacht entschieden wir uns gegen Marmaris.
Stattdessen suchten wir eine geschützte Bucht bei Loryma.
Dort gab es nur ein Restaurant – sonst nichts.
Typisch Türkei.
Viele Buchten funktionieren nach einem einfachen Prinzip:
Wer im Restaurant isst, darf am Steg festmachen.
Wir hätten dort anlegen können.
Haben uns aber dagegen entschieden.
Wir hatten gerade frisch eingekauft.
Und manchmal ist genau das der schönere Luxus:
Einfach an Bord bleiben.
Selbst kochen.
Ruhe genießen.
Frischer Fisch, direkt auf dem Boot.
Keine Geräusche.
Keine Hektik.
Nur wir.
Gemeinsam unterwegs – und es funktioniert

Auch in den nächsten Buchten, nur wenige Meilen weiter, blieb es ruhig.
Die meisten Ankerplätze waren tief, und wir merkten schnell:
Hier braucht man deutlich mehr Kette, um sicher zu liegen.
Also passten wir unsere Route an.
Nicht Marmaris.
Sondern weiter Richtung Ekincik – geschützt zwischen den Bergen.
Und irgendwo auf diesem Weg wurde uns etwas klar:
Das Segeln zu dritt funktioniert.
Besser, als wir es erwartet hätten.
Dennis war längst Teil des Teams geworden.
Natürlich. Unaufgeregt.
Wir teilten unsere Routinen, unsere Entscheidungen, unsere kleinen Abläufe an Bord.
Und gleichzeitig entstand Raum für etwas Neues:
Gespräche.
Andere Perspektiven.
Gemeinsame Erlebnisse.
Die Tage, die man nicht planen kann
Die Abende bekamen ihren eigenen Rhythmus.
Wir kochten zusammen, sprangen ins Wasser, spielten Karten, redeten über alles Mögliche.
Manchmal lange.
Manchmal einfach still nebeneinander.
Und obwohl der Raum begrenzt ist, fühlte es sich nie eng an.
Im Gegenteil.
Es entstand eine Leichtigkeit, die man nicht erzwingen kann.
Ekincik – bleiben, obwohl man weiter könnte
In Ekincik blieben wir schließlich zwei Tage.
Ohne großen Plan.
Kleine Ausflüge an Land.
Fahrten mit dem Dinghy.
Einfach Zeit zusammen.

Es sind genau diese Tage, die man später schwer beschreiben kann.
Weil nichts „passiert“ –
und gleichzeitig alles.
Wenn ein Abschnitt langsam endet
So schön diese Zeit auch war – irgendwann kam der Moment, den wir lange ausgeblendet hatten:
Dennis musste zurück.
Plötzlich war klar:
Diese Zeit hat ein Ablaufdatum.
Also begannen wir zu planen.
Gemeinsam.
Der Flughafen Dalaman war die beste Option.
Und damit war klar: Unser nächstes Ziel ist Fethiye.
Dennis suchte Flüge, wir passten unsere Route an.
Langsam wurde aus „Zeit zusammen“ ein Countdown.
Noch eine Woche.
Und plötzlich bekommt jeder Moment ein anderes Gewicht.
Noch eine Woche.
Und wir wussten, dass sich danach wieder alles verändern würde.
Wenn du mehr vom Wasser willst – nicht als Post, sondern als Brief: hier entlang.
Wie das Einklarieren in der Türkei wirklich abläuft - erzählen wir hier



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