top of page

Wir hatten Zweifel – bis Dennis an Bord kam

  • Autorenbild: Barbora
    Barbora
  • 21. Mai
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 22. Mai

Unser erster gemeinsamer Segeltörn zwischen Griechenland und Türkei


Panormitis Ankern in Griechenland auf Symi mit Katamaran Maido

Ankunft von Dennis – und plötzlich fühlt sich alles anders an


An diesem Abend ließ der Wind endlich etwas nach.

Dennis sollte erst um 21:30 Uhr landen, aber wir konnten es kaum abwarten.

Die Vorfreude war einfach zu groß.


Schon kurz nach Sonnenuntergang schnappten wir uns das Dinghy und machten uns auf den Weg zum Kai, um die beste Stelle zum Anlegen zu finden.


In Kardamena war noch richtig viel los.

Markttag.

Die Straßen waren gefüllt, überall Stimmen, Licht und Bewegung.

Wir schlenderten einfach durch die Gassen,

mehr um die Zeit zu überbrücken als mit einem echten Ziel.


Dann der Anruf.


Dennis ist gelandet und sitzt schon im Taxi.


Als ich ihn schließlich in die Arme schloss, fiel die ganze Anspannung von mir ab.

Auf einmal war er wirklich da.


Nicht mehr nur Vorfreude.

Sondern Realität.


Und plötzlich war diese Reise nicht mehr nur unsere.


Wir stiegen ins Dinghy und fuhren unter dem Vollmond zurück zur Maido.


Ein ruhiger Moment.

Fast unwirklich.


Dennis hatte gerade seine Ausbildung beendet,

eine intensive, stressige Zeit hinter sich.


Und trotzdem – oder vielleicht genau deshalb - war er sofort da.

Ruhig. Offen. Entspannt.


Die nächsten Tage würden wir gemeinsam erleben.

Und irgendwie wussten wir alle:

Das wird besonders.




Der erste Törn – und alles passt


Die Nacht war ruhig, und ich glaube, wir haben alle geschlafen wie lange nicht mehr.


Am nächsten Morgen ging es weiter.


Endlich.


Den ersten Törn hielten wir bewusst kurz.

Etwa 15 Seemeilen bis zur nächsten Insel.

Aus den letzten Tagen wussten wir genau:

Früh los bedeutet bessere Bedingungen – eine Erfahrung, die wir inzwischen nicht mehr missen wollen.


Und genau so war es.


Wind und Welle – wie bestellt.


Wir setzten beide Segel und glitten Richtung Nisida Gyali, in eine verlassene, türkisblaue Bucht, die wir noch vor Mittag erreichten.


Dennis war begeistert.

Fast sprachlos.

Keine Spur von Seekrankheit – was uns vorher ehrlich gesagt ein wenig beschäftigt hatte.


Und genau das liebe ich am Katamaran:

Wenn die Bedingungen passen, wird Segeln plötzlich magisch.

Fast meditativ.


Nur der Wind in den Segeln und das Wasser, das sanft am Rumpf entlangzieht.


„Es ist wie Meditation“, meinte Dennis


Und genau so hat es sich angefühlt.




Ein perfekter erster Tag


Nachdem wir geankert hatten, sprangen wir direkt ins Wasser.

Kristallklar, erfrischend, einfach perfekt.


Wir aßen zusammen, erzählten uns Geschichten und saßen noch lange draußen.

Wir waren sichtlich erleichtert, dass sich unser Gast wohl fühlt.


Dieser erste Tag hatte nichts Spektakuläres –

und war gerade deshalb perfekt.





Weiter nach Symi – und zurück in die Realität


Am nächsten Tag segelten wir weiter.

Ziel: Symi.

Auch um offiziell aus Griechenland auszuklarieren.


Anfangs begleitete uns eine leichte Seitenwelle,

bis wir den Schutz der türkischen Halbinsel Datça erreichten.


Dennis meisterte alles souverän.

Wir hatten vorher gefrühstückt – ein kleiner Trick, der viel ausmacht.


Die Herausforderung kam erst bei der Ankunft.

Die Buchten rund um Symi sind tief.

Die wenigen verfügbaren Plätze waren bereits belegt.


Feuerwerk am Ankerplatz auf Symi Griechenland

Am Ende ankerten wir direkt vor einem Restaurant, ziemlich eng zwischen zwei Katamaranen und sicherten Maido zusätzlich mit Landleinen.


Das Manöver lief ruhig und sauber –

auch dank Dennis’ Unterstützung.


Am Abend wurden wir noch mit einem Feuerwerk am Strand überrascht.



Chaos im Hafen – und ein unerwarteter Ort


Zum Ausklarieren mussten wir in den Haupthafen von Symi.


Und dort: Chaos.


Zu eng, zu viele Boote, keine Hilfe beim Anlegen.


Wir probierten es.

Vergeblich.


Also Plan B.


Wir segelten auf die andere Seite der Insel nach Panormitis.


Eine komplett geschützte Bucht.

Ein Kloster.

Ruhe pur.


Ein starker Kontrast zum Trubel im Hafen.

Und dann, ganz unerwartet, schwamm plötzlich eine Schildkröte direkt neben unserem Boot.


Manchmal sind es genau diese Momente, die alles wieder relativieren.




Ausklarieren – einfacher als gedacht


Am nächsten Morgen nahmen wir ein Taxi zurück in den Hafen.

Die Fahrt durch die engen, verwinkelten Straßen war schon ein Abenteuer für sich.


Das Einklarieren selbst war überraschend unkompliziert.

Polizei,

Stempel,

Port Authority.


Alles lief reibungslos.

Freundlich.

Unkompliziert – und am Ende gerade einmal 5 Euro.


Symi hat uns beeindruckt.

Eine besondere Mischung aus griechischer Gelassenheit und türkischer Dynamik.




Weiter nach Bozburun – ein neuer Abschnitt beginnt

Bozburun Segeln in Türkei mit Katamaran Maido

Wir blieben noch eine Nacht, bevor wir am nächsten Tag weiter nach Bozburun segelten.

Unser Ziel: Einklarieren in der Türkei.

Etwa 20 Seemeilen lagen vor uns.


Schon auf dem Weg dorthin fiel uns auf, wie viel mehr Verkehr plötzlich auf dem Funk war.

Ständig Meldungen, ständig Bewegung – etwas, das wir so auf unserer bisherigen Reise noch nicht erlebt hatten.


Andere Länder.

Andere Sitten.


Die Bucht von Bozburun erinnerte uns an die Balearen.

Weit, offen, viele Boote – auch wenn die meisten bereits verlassen waren.

Viele große Gulets lagen ruhig im Wasser.


Trotzdem fanden wir noch einen guten Ankerplatz, relativ nah am Hafen. Es wurde bereits dunkel, also beschlossen wir, das Einklarieren auf den nächsten Tag zu verschieben.


Wir hatten vorher Bedenken, jemanden ohne Segelerfahrung mitzunehmen.

Ob wir das alles gemeinsam hinbekommen würden.


Mit Dennis haben sich diese Gedanken schneller aufgelöst, als wir erwartet hatten.


Und irgendwann wurde uns klar:

Es geht gar nicht darum, wie viel Erfahrung jemand mitbringt.

Sondern darum, wie man miteinander umgeht.

Sich aufeinander verlässt.

Ruhig bleibt, wenn es darauf ankommt.

Und die Momente dazwischen wirklich teilt.


Vielleicht ist es genau das, was eine gemeinsame Zeit auf dem Wasser ausmacht.

Wenn du dich fragst, wie es ist, selbst Teil davon zu sein, findest du hier alle Infos:


Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Türkei.


Ein neues Land.

Neue Abläufe.

Und die ersten echten Fragen, auf die wir noch keine Antwort hatten.







Wenn du mehr vom Wasser willst – nicht als Post, sondern als Brief: hier entlang.


Unser erster Törn mit Dennis fühlte sich ganz anders an als unsere ersten Tage auf dem Wasser.

Kommentare


bottom of page