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Durch den Golf von Patras – und das Knistern unter der Oberfläche

  • Autorenbild: Barbora
    Barbora
  • 19. März
  • 3 Min. Lesezeit
Rio Antirrio Brücke Patras Griechenland

Manchmal weiß man, wohin man will – und merkt erst unterwegs, dass etwas anderes mitfährt.


Auf unserer Segelreise durch Griechenland fühlte sich der Golf von Patras weniger nach Etappe an – und mehr nach Übergang.




Durch den Golf von Patras – zwischen Brücke, Quallen und einem Rätsel


Da wir den Peloponnes schon einmal komplett mit dem Camper bereist hatten, war für uns klar:

Mit Maido wollten wir diesmal den kürzesten Weg Richtung Ägäis nehmen. Und der führt nun mal durch den Golf von Patras – und später durch den Korinthkanal.


Ein Plan auf der Karte.

Ein neues Kapitel auf dem Wasser.


In der Nacht meldete sich unser Boot allerdings wieder.

Dieses Knistern.

Leise, aber hartnäckig.

Wir beschlossen, am nächsten Morgen alles unter Wasser zu kontrollieren.




Trübes Wasser und spontane Entscheidungen


Als wir in der Bucht von Nisída Lamprínos aufwachten, war schnell klar:

Das wird heute nichts mit Tauchen.


Das Wasser war trüb, fast milchig.

Wahrscheinlich die Fischerfarmen in der Nähe, die das Meer hier verändern.


Der Wind hatte sich für die kommenden Tage verabschiedet.

Also trafen wir eine dieser Entscheidungen, die man unterwegs öfter trifft als geplant:

Wir fahren, solange wir können – mit Motoren.

Vorbei an den Farmen ging es hinaus in den Golf von Patras.




Ein Meer aus Quallen


Und dann waren sie plötzlich überall.

Quallen.


So viele, dass es sich anfühlte, als würden wir durch Berge aus Gelatine gleiten.

Irgendwie faszinierend.

Und gleichzeitig verstörend.


Man kann nicht anders, als sich zu fragen, wie sehr sich das Meer bereits verändert hat.

Wie viel davon noch Natur ist – und wie viel längst Reaktion auf uns Menschen.




Unter der Rio-Antirrio-Brücke

Rio Antirrio Brücke Patras

Die Rio-Antirrio-Brücke verbindet das griechische Festland mit dem Peloponnes.

Wir wussten aus der Vorbereitung: Für die Durchfahrt braucht man eine Genehmigung per Funk.

Also ankerten wir etwa fünf Meilen davor, in einer kleinen Bucht bei Kato.


Sandiger Boden, der Anker grub sich sofort ein.

Windstille.

Sicherheit.

Zumindest theoretisch.


Das Meer war voller Quallen, niemand von uns hatte Lust ins Wasser zu gehen, also verschoben wir die Kontrolle der Anoden erneut.


Nachts änderte sich die Stimmung.

Die hohen Berge rund um die Bucht schickten katabatische Böen aus verschiedenen Richtungen.

Maido wurde die ganze Nacht hin- und hergeschoben.

Zum Glück lagen wir allein.

Platz hatten wir genug.

Schlaf eher nicht.

Die Durchfahrt unter der Rio-Antirrio-Brücke wartete auf uns.




Spiegelglattes Wasser und große Bauwerke


Am Morgen war wieder alles ruhig.

Wir holten uns per Funk die Erlaubnis zur Durchfahrt – erst fünf Meilen vor der Brücke, dann die genaue Durchfahrt zwischen den Pfeilern.


Mit dem eigenen Katamaran unter dieser Brücke hindurchzufahren, war beeindruckend.

Das Meer spiegelglatt.

Die Sonne hoch.

Fähren zogen geschäftig ihre Bahnen – und trotzdem lag eine fast unwirkliche Ruhe in der Luft.

Wir wollten diesen Moment nicht sofort hinter uns lassen.




Trizonia – eine Pause zum Durchatmen


Also steuerten wir spontan die kleine Insel Trizonia an und legten im Hafen an.

Griechische Häfen sind oft günstig oder sogar kostenlos.

Luxus oder Hilfe beim Anlegen sollte man nicht erwarten – dafür bekommt man etwas anderes:


Zeit.

Gelassenheit.

Und echtes griechisches Leben.


Eine ruhige Hafenatmosphäre, eine kleine Strandpromenade, selbst mitten im August nicht überlaufen.

Genau das, was wir brauchten, um Kraft zu sammeln und die nächste Etappe zu planen.



Kiato und das ungelöste Geräusch


Der Wind ließ weiter auf sich warten.

Große Schläge wollten wir vermeiden, aber vorankommen schon.

Also legten wir vor dem Korinth Kanal noch eine Nacht in Kiato ein – wieder ein kostenloser Hafen.

Türkisblaues Wasser.

So klar, dass mein Mann beschloss:

Jetzt oder nie.


Endlich kontrollierten wir das Unterwasserschiff.

Das geheimnisvolle Knistern war immer wieder da gewesen.

Wir hatten an die Anoden gedacht. An Elektrik. An alles Mögliche.


Das Ergebnis?

Alles in Ordnung.


Die Anoden fast unberührt.

Keine Schäden.

Keine Erklärung.

Wir standen ratlos da.

Und nahmen das Rätsel mit.


Manche Antworten bekommt man auf See nicht sofort.

Manche fahren einfach mit – noch ein Stück weiter.


Vielleicht braucht es genau solche ungeklärten Geräusche, um aufmerksam zu bleiben.



Wir ließen Kiato hinter uns –

mit sauberem Unterwasserschiff

und mehr Fragen als Antworten.

Das Meer war ruhig.

Zu ruhig.


Und manchmal sind es genau diese Tage,

an denen man noch nicht weiß,

dass etwas kommen wird.



Der Golf von Patras fühlte sich für uns wie eine Schwelle an – zwischen dem ionischen Meer und dem nächsten Kapitel unserer Segelreise durch Griechenland.







Wenn du mehr vom Wasser willst – nicht als Post, sondern als Brief: hier entlang.


Als das Boot plötzlich knisterte und wir nicht wussten, warum


Warum die Stille auf dem Wasser uns verändert hat


Unsere erste Zeit zwischen Korfu und Antipaxos


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