So planen wir unsere Segeltörns: Wind, Welle & Wetter einfach erklärt
- Barbora

- vor 7 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Bevor MAIDO den Anker hebt, beginnt bei uns die eigentliche Arbeit: Törnplanung.
Klingt nach viel Theorie – ist es manchmal auch – aber am Ende geht es immer darum, entspannt und sicher in einer schönen Bucht oder einem guten Hafen anzukommen.
Hier zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie wir unsere Tagesetappen planen und worauf wir wirklich achten.
1. Ziel wählen: Bucht oder Hafen? Und immer mindestens Plan B & C
Als erstes legen wir fest, wo wir überhaupt hinwollen:
→ eine ruhige Ankerbucht?
→ ein geschützter Hafen?
Und dann kommt der wichtigste Teil: Alternativen.
Denn eine Bucht kann voll sein, Schwell bekommen oder sich als ungeschützt entpuppen. Ein Hafen kann keinen Platz haben. Deshalb planen wir immer mindestens 2–3 zusätzliche Stopps mit ein.
Bei Ankerbuchten prüfen wir:
Ankergrund: Sand = gut. Seegras = nein danke. Fels = Risiko.
Schwell: Gibt’s Schaukeln in der Nacht?
Beliebtheit: Hotspots im Sommer = russisches Roulette.
Anreisezeit: Früh? Später Nachmittag? Wann ist es dort am ruhigsten?
2. Die Route: Erst grob auf dem Handy, dann exakt am Plotter
Als nächstes geht’s an die Navigation.
Schritt 1: Navionics App am HandyHier schauen wir:
– Entfernung
– geschätzte Fahrzeit
– mögliche Kurslinien
Schritt 2: Exakte Planung am Plotter
Dort wird es dann ernst:
Wir setzen Wegpunkte, prüfen auf Untiefen, Felsen, Schwimmbereiche, Sperrzonen, Naturschutzgebiete und alles, was uns die Laune verderben könnte.
Unsere Regel:
Alles, was am Handy gut aussieht, wird am Plotter nochmal kritisch geprüft.
3. Wettercheck: Mindestens 2 Tage vorher – und mit mehreren Modellen
Ein guter Törn steht und fällt mit einem einzigen Faktor: Wetter.
Wir beginnen etwa zwei Tage vorher zu beobachten:
Windfinder – gut für Windstärken & grobe Einschätzung
Windy – perfekt, um verschiedene Modelle zu vergleichen
GFS / ICON / ECMWF Modelle – je nach Region zuverlässiger oder weniger
Im Atlantik schauen wir zusätzlich die Welle an:
Höhe
Richtung
Länge
Denn Wind kann harmlos wirken…aber 2 Meter Welle von der Seite können dir den ganzen Tag ruinieren.
Und ja:
Jedes Segelrevier hat seine eigenen „Regeln“, die du als Anfänger nicht sofort erkennst.
Das Mittelmeer zum Beispiel entscheidet gerne spontan, dass der Wind jetzt sofort von 5 auf 25 Knoten springen möchte.
4. Abfahrtszeit bestimmen: Der wichtigste Moment
Der perfekte Startzeitpunkt ergibt sich dann aus:
Windrichtung & -stärke
Wellenrichtung & -höhe
Tageslicht
Strömungen oder Gezeiten (vor allem Atlantik!)
Geplante Ankunftszeit
Verfügbarkeit der Bucht (Beliebtheit!)
Im Atlantik kommt noch etwas Entscheidendes dazu:👉 Gezeiten & Strömungen
Fährst du zur falschen Zeit los, kann selbst ein kurzer Törn sehr lang werden.
Unser Ziel ist immer gleich:
So losfahren, dass wir entspannt, vor dem Sonnenuntergang ankommen.
5. Und dann? Kontrolle morgens, einmal während der Fahrt – und Bauchgefühl
Kurz vor dem Ablegen prüfen wir alles nochmal.
Unterwegs werfen wir einen Blick auf:
aktuelle Windwerte
Wellenentwicklung
alternative Routen
mögliche Notstopps
Und ganz wichtig:
Wenn etwas sich seltsam anfühlt, ändern wir den Plan.
Immer.
Nichts ist es wert, sich zu zwingen, einen Kurs zu halten.
Fazit: Törnplanung ist kein Hexenwerk – aber sie spart Nerven
Jeder Törn ist anders. Jeder Tag auf See bringt Überraschungen.
Aber mit einer guten Planung fühlst du dich sicherer, entspannter – und der Anker fällt am Ende meistens dort, wo du ihn haben wolltest.
Wenn du wissen möchtest, wie wir diese Planung im Alltag wirklich erleben und welche Fehler wir auf dem Weg gemacht haben, dann schau dir gerne unsere anderen Beiträge an.
🌊 Weiterlesen:
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