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Wenn zwei Mimosen aufbrechen: Unser chaotischer Start ins Seglerleben

  • Autorenbild: Barbora
    Barbora
  • 14. Nov.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 11 Stunden


Nachdem wir mit Marc unseren allerersten Mini-Törn geschafft hatten, wurde uns eines sehr schnell klar:


👉 Wir sind absolute Schönwetter-Segler.


Zwei Mimosen, die mindestens 22 Grad brauchen, um klar denken zu können.

Und diese 22 Grad waren im März in Holland ungefähr so realistisch wie Palmen am Nordpol.


Trotzdem drängte alles in uns zum Aufbruch.

Vor uns lagen fast 4.000 Seemeilen Richtung Türkei, und dieser Satz verfolgte uns täglich:


„Je früher wir starten, desto schneller sind wir im Warmen.“




☀️ Das große Problem: Solar = schweißen = Hilfeeee


Bevor wir überhaupt ans Losfahren denken konnten, fehlte Maido etwas Entscheidendes:


👉 Ein Solararch.

Keine Solarenergie = kein Strom.

Solararch Solarkonstruktion auf unserem Katamaran Maido, gebaut von einem Holländer

Und ohne Strom kein Liveaboard-Leben.


Wir konnten schrauben, bohren, sägen …aber schweißen?

Für uns war das, als würde man zwei Bananen bitten, ein Flugzeug zu bauen.


Nach etlichen Gesprächen (und verzweifelten YouTube-Sessions) fanden wir einen Schweißer in Holland.

Ein echtes Original — ein Mann, der aussah, als hätte er schon halbe Containerschiffe zusammengeschweißt.


Und genau dieser Mann baute uns eine bombenfeste, wunderschöne Solarkonstruktion.

Als die Panels montiert waren und die Batterieanzeige nach oben kletterte, standen wir auf dem Deck, sahen die Sonne und dachten nur:


„Wir brauchen keine Steckdose mehr. Wir sind POWERED BY SUN.“Wie cool ist das bitte?!


Solaranlage mit Solararch auf unserem Katamaran Maido nach dem Einbau liefert sehr viel Energie - autarkes Leben möglich


🚤 Motortraining: Drei Tage Vorwärts, Rückwärts, Panik vermeiden


Anfang April kam Marc für das Motortraining. Drei Tage lang tuckerten wir mit drei Knoten durch den Hafen:

  • Vorwärts

  • Rückwärts

  • Anlegen

  • Ablegen

  • Wieder von vorne


Am dritten Tag — im strömenden Regen — waren wir einfach durch.


Marc verabschiedete sich mit den Worten:

„Weiterüben!“


Und das taten wir.

Zwei Tage lang, bei Wind, zwischen Booten, in engen Gassen.

Unser Motto:

„Bloß nicht in Panik geraten.“




🌬️ Endlich segeln: Training auf dem IJsselmeer


Zwei Wochen später war es soweit:

Marc kam zurück und wir gingen endlich aufs IJsselmeer.

Segel von Katamaran Maido geöffnet beim Segeln in Lemmer bei unserem ersten Segeltraining

Segel setzen, anluven, abfallen — und plötzlich ergab alles Sinn.


Maido segelte ruhig, stabil und erstaunlich anfängerfreundlich.

Zum ersten Mal dachten wir:


👉 Vielleicht können wir das mit dem Langfahrtsegeln wirklich schaffen.


Am dritten Tag wollten wir „einmal richtig Anker schmeißen“ und übten außerdem das Beidrehen — das Manöver, bei dem das Boot quer zum Wind treibt.


Und es funktionierte!

Wir fühlten uns, als hätten wir das Geheimnis des Ozeans entschlüsselt.

Plan:

Mit diesem Wissen fahren wir jetzt schön Richtung Türkei.

Realität: Natürlich nicht.




💧 Das Leck, das uns fast gestoppt hätte


Ende April wollten wir alle Manöver nochmal trainieren.Doch mitten auf dem IJsselmeer bemerkten wir plötzlich Wasser im Backbord-Motorraum — und zwar nicht wenig.

Mottorraum von Katamaran Maido. Man sieht den Leck, da sich unten Wasser sammelt

Zurück im Hafen begann die große Suche.

Nach Stunden fanden wir das Leck:


👉 Eine undichte Gummistoßleiste.


Eigentlich hätte Maido dafür gekrant werden müssen.

Also machten wir, was wir am besten können:

Improvisieren mit Sikaflex.


Testlauf → dicht.

Plan B → noch mehr Sikaflex einpacken, nur für den Fall.


Wir sortierten, packten, kauften ein, stellten den Camper sicher ab (tschüss, altes Leben!) und machten Maido startklar.




🍻 Der letzte Abend in Lemmer – voller Lachen, Wärme & Tränen


Bevor wir endgültig ablegen konnten, musste noch etwas passieren:


👉 Unsere Abschiedsparty im Hafen.


Wir grillten, bereiteten Essen vor und in der kleinen „Orangebar“ versammelten sich all die Menschen, die uns die letzten Monate begleitet hatten:

Kai, Tommy, Marc, Achim und viele mehr.

Es wurde ein Abend voller:

  • Lachen

  • Geschichten

  • Tipps

  • Umarmungen

  • Bier

  • Hafenfeeling


Und dann kam die Überraschung:


Sie überreichten uns kleine Geschenke und Glücksbringer.

Ich stand da, mit glasigen Augen, und dachte:

„Diese Menschen haben uns getragen, als wir fast aufgegeben hätten.“


Wir wollten eigentlich früh ins Bett — wir mussten am nächsten Tag los.

Doch Kai und Tommy winkten ab:

„Nix da! Ihr bleibt bis Mitternacht!“

Und dann verstanden wir auch warum.


Mein Mann hatte am nächsten Tag Geburtstag.

Genau an dem Tag, an dem wir losfahren wollten.

Um Punkt 00:00 Uhr sang die ganze Hafencrew.

Laut.Schief.Herzlich.


Ich war komplett durch.

Vor Glück.

Vor Erleichterung.

Vor Abschiedsschmerz.


Ein besseres letztes Kapitel in Lemmer hätten wir uns nicht wünschen können.


Später fielen wir todmüde ins Bett.


Morgen sollte es losgehen.


Wirklich losgehen.







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Die wilde Fahrt beginnt!

Von Zweifeln und Chaos zur ersten großen Atlantik-Fahrt – so sah unser Start auf See wirklich aus.

Schau dir unser TikTok-Video an und erlebe die erste wilde Fahrt mit uns auf der MAIDO:


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