Von Culatra nach Cádiz: Segelglück, Frachtschiff-Action & ein nächtlicher Crash vor Anker
- Barbora

- 22. Nov.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen
Nach einer ruhigen Nacht im traumhaften Culatra – dem Mekka der vor Anker liegenden Segelboote – klingelte bei uns schon früh der Wecker. Die Sonne stand gerade erst auf, die ersten Dinghys tuckerten vorbei, und wir starteten direkt in den nächsten Abschnitt unserer Reise.
Unser Ziel: Mazagón, und danach endlich Cádiz – die letzte große Etappe vor dem Mittelmeer. ⛵💨
🚫 Wieder gegen die Regel – und trotzdem Glück gehabt
Eigentlich sollte man in Portugal immer nah an der Küste entlangfahren, um die Orca-Route zu vermeiden… eigentlich.
Aber wir? Wir entschieden uns erneut für den direkten Weg – weit draußen im tiefen Wasser. 🙈

Glück muss man haben: Der Wind war perfekt, unser Katamaran Maido lief wie ein Champion, und die Stimmung an Bord war richtig gut.
Zwischen Culatra und Mazagón überquerten wir sogar eine riesige Reede voller Frachtschiffe.
Das fühlt sich an, als würde man mit einem Fahrrad zwischen LKWs durchfahren – nur auf dem Wasser. 🚢😅
Wir beobachteten genau, welcher Frachter eine schwarze Rauchwolke ausstieß – das Zeichen, dass er gleich losfährt.
Bloß nicht im Weg stehen!
🌿 Ein ruhiger Abend im Fluss – mit rotierender Maido 😄
Wie so oft in Portugal liefen wir in einen Fluss ein und ließen dort den Anker fallen. In diesen Flussmündungen fanden wir immer Ruhe, Schutz und eine richtig schöne Atmosphäre für die Nacht.
Und dann der Klassiker:
Sobald die Strömung kippte, drehte sich Maido um 180 Grad.
Ein bisschen wie ein Hund, der sich im Schlaf einmal um die eigene Achse dreht – nur viel eleganter. 😄
Aber hey: Man hat so automatisch zwei verschiedene Ausblicke – einer fürs Abendessen und einer fürs Frühstück. Auch nicht schlecht! 😋
⛵ 50-Meilen-Tage – müde, aber hoch motiviert
Unsere Etappen wurden nicht kürzer – meist um die 50 Meilen.
Das bedeutete 10 bis 14 Stunden Fahrt pro Tag. Manchmal war der Kopf müde, die Augen schwer, aber ein Gedanke trieb uns nach vorne:
👉 Cádiz ist unsere letzte Station vor dem Mittelmeer! ✨
Und so liefen wir an diesem Tag glücklich, entspannt und mit super Bedingungen in die große Bucht von Cádiz ein.

🌇 Ankern vor der Altstadt – ein magischer Abend
Der Hafen von Cádiz lag ruhig vor uns.
In der riesigen Bucht ankerten nur ein Katamaran und ein einzelnes Segelboot – unglaublich viel Platz!
Die Abendsonne spiegelte sich im Wasser, die Altstadt glühte golden, und wir saßen noch zusammen im Cockpit, lachten, aßen und dachten:
„Morgen schaffen wir’s endlich – ins Mittelmeer!“
Ich legte mich ins Bett, zufrieden, müde, bereit für die nächsten Abenteuer. Und dann…
💥 23 Uhr – Ein Knall, der uns fast aus dem Bett warf
Mitten in der Nacht – ein fetter, brutaler Knall.
Die Wucht war so stark, dass es mich im Bett herumriss.
Ich sprang hoch, das Adrenalin schoss mir ins Blut. 😳💥
Mein Mann war noch im Halbschlaf und fragte:
„Was… was war das…?“
Aber mir war sofort klar:
„Da ist jemand in uns reingefahren – VOR ANKER!“
Ich raste nach oben – und tatsächlich: Ein Segelboot legte gerade rückwärts frei von uns ab. Trotz Ankerlicht, trotz riesiger Bucht, trotz Platz ohne Ende… hatte er uns einfach übersehen und war mit seinem Bug voll in unsere Seite gekracht.
Der Schreck saß tief.
🛠️ Schaden begutachten & ein seltsames Gefühl

Am Morgen schauten wir uns den Schaden an. Die obere Schicht am Rumpf war beschädigt, eine Leiste verbogen.
Nichts, was sofort aussah wie ein Totalschaden – aber:
Was ist unter der Oberfläche?
Können wir weiterfahren?
Wie gefährlich könnte das noch werden?
Jorge, der Skipper des anderen Bootes, war zum Glück freundlich, entschuldigte sich, nahm unsere Daten und versprach, alles zu regeln. Trotzdem blieb ein ungutes Gefühl.
🐶 Und plötzlich… eine unerwartete Begegnung
Während wir im Cockpit saßen, erschöpft, frustriert und emotional völlig durch, tuckerte plötzlich ein Dinghi an uns vorbei.
„Alles ok bei euch?“ rief ein Mann lachend von weitem.
Das waren André und Petra, das Paar vom Katamaran neben uns.
Sie legten bei uns an – und aus dem Dinghy lugte neugierig eine ältere Cockerspaniel-Dame namens Frannie hervor. 🐶❤️
Wir sahen sie an und mussten sofort an unseren Elvis denken. Ein kleiner Stich ins Herz – aber irgendwie auch schön.
Und so begann ein langer, herzlicher Austausch.
André begutachtete den Schaden und erzählte, dass sie vor fünf Jahren selbst auf den Katamaran gezogen waren – mit einigen Abenteuern und wertvollen Tipps im Gepäck.
Eine Begegnung wie eine Umarmung nach einer Horrornacht.
📆 Zwei Tage Cádiz – und dann weiter Richtung Gibraltar

Wir wollten eigentlich gemeinsam mit den beiden auf die perfekten Bedingungen für Gibraltar warten. Doch wir bekamen früher als gedacht einen Termin bei einem Gutachter in La Línea.
Also hieß es:
Früh raus, Segel setzen, weiter Richtung Straße von Gibraltar – mit einem mulmigen Gefühl und einer Mischung aus Sorge und Hoffnung.
Wie es mit dem Gutachten weitergeht, welche Überraschungen uns erwarteten und warum diese Etappe unvergesslich wurde…
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