Von Culatra nach Cádiz: Segelglück, Frachtschiff-Action & ein nächtlicher Crash vor Anker
- Barbora

- 22. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 26. Dez. 2025

Nach einer ruhigen Nacht im traumhaften Culatra – dem kleinen Paradies für Ankerlieger – klingelte bei uns früh der Wecker.
Die Sonne kroch gerade über den Horizont, Dinghys knatterten vorbei, die ersten Fischer legten ab. Wir machten Maido klar:
Nächster Abschnitt – über Mazagón nach Cádiz.Die letzte große Etappe vor dem Mittelmeer. ⛵✨
🚫 Wieder gegen die Regel – und trotzdem Glück gehabt
Eigentlich sollte man in Portugal immer nah an der Küste segeln, um den Orcas aus dem Weg zu gehen.
Eigentlich.
Wir entschieden uns erneut für den direkten Weg – weit draußen, mitten in der tiefen, blauen Weite. 🙈
Doch an diesem Tag war das Glück auf unserer Seite.
Der Wind passte, Maido lief wie auf Schienen, und wir fühlten uns einfach… frei.
🚢 Frachter-Rodeo vor Mazagón
Zwischen Culatra und Mazagón überquerten wir eine riesige Frachter-Reede.
Das fühlt sich an, als würde man mit einem Fahrrad zwischen LKWs hindurchfahren – nur eben schwimmend. 😅
Wir beobachteten jedes Schiff genau:
Sobald ein Frachter eine schwarze Rauchwolke ausstieß, wussten wir:
Der fährt gleich los – und wir sollten besser nicht im Weg sein.
Zum Glück kamen wir ohne Überraschungen durch.
🌿 Ruhe im Fluss – und Maidos elegante 180°-Drehung
Am Abend liefen wir wie so oft in eine Flussmündung ein.
Ankern.
Durchatmen.
Abschalten.
Und dann der portugiesische Klassiker:
Kaum kippte die Strömung, drehte sich Maido einmal komplett um sich selbst.
Ein Hund, der sich im Schlaf umdreht – nur eleganter. 😄
Praktisch:
Zwei verschiedene Ausblicke – einer fürs Abendessen, einer fürs Frühstück.
⛵ 50-Meilen-Tage: Müde, aber hoch motiviert
Unsere Etappen waren lang.
Fast täglich knapp 50 Meilen – 10 bis 14 Stunden auf dem Wasser.
Müde? Ja.
Motiviert? Noch mehr.
Denn in unseren Köpfen war nur ein Gedanke:
👉 Cádiz! Die letzte Station vor dem Mittelmeer.
Und so liefen wir mit einem Lächeln in die große Bucht ein.
🌇 Ankern vor der Altstadt – pure Magie

Die Bucht von Cádiz war ruhig.
Nur ein Katamaran und ein einzelnes Segelboot lagen dort – unendlich viel Platz.
Die Altstadt glühte golden in der Abendsonne.
Wir saßen im Cockpit, lachten, aßen und sagten uns:
„Morgen geht’s endlich ins Mittelmeer.“
Ich legte mich zufrieden ins Bett. Und dann…
💥 23 Uhr – Ein Knall, der uns fast aus dem Bett schleuderte
Mitten in der Nacht:
Ein brutaler Knall.
Die Druckwelle riss mich im Bett herum.
Ich schoss hoch, Adrenalin im Blut.
Mein Mann – halb im Schlaf:
„Was war das…?“
Ich wusste es sofort:
„Da ist jemand in uns reingefahren – VOR ANKER!“
Oben sah ich die Wahrheit:
Ein Segelboot fuhr gerade rückwärts weg, nachdem es Maido mit seinem Bug erwischt hatte.
Trotz Riesenspot an Platz.
Trotz Ankerlicht.
Trotz allem.
Der Schock saß tief.
🛠️ Schaden am Rumpf – und ein sehr ungutes Gefühl

Am Morgen begutachteten wir den Schaden.
Die obere Rumpfschicht war beschädigt, eine Leiste verbogen.
Nichts Dramatisches – aber:
Was ist unter der Oberfläche?
Können wir weiterfahren?
Wie riskant ist das?
Der Skipper des anderen Boots, Jorge, entschuldigte sich und versprach, alles zu regeln.
Trotzdem blieb ein Knoten im Bauch.
🐶 Trost auf vier Pfoten & eine Begegnung, die uns aufrichtete

Als wir später im Cockpit saßen, müde und emotional durch, tuckerte ein Dinghy vorbei.
„Alles ok bei euch?“ rief ein Mann.
Das waren André und Petra – unsere einzigen Nachbarn in der Bucht.
Sie legten bei uns an, und aus dem Dinghy lugte eine ältere Cockerspaniel-Dame: Frannie.
Ein Stich ins Herz – sie erinnerte uns an unseren Elvis.
Und gleichzeitig war es ein kleiner Lichtblick.
Wir kamen ins Gespräch.
André begutachtete den Schaden.
Die beiden erzählten von ihren fünf Jahren Leben auf einem Katamaran, voller Tipps und Erfahrungen.
Eine Begegnung, die sich anfühlte wie eine Umarmung nach einer Horrornacht. ❤️
📆 Zwei Tage Cádiz – und weiter Richtung Gibraltar
Wir wollten eigentlich gemeinsam auf gutes Wetter warten, doch wir bekamen schneller als gedacht einen Termin beim Gutachter in La Línea.
Also hieß es:
Früh los, Segel setzen, Richtung Gibraltar.
Mit einem mulmigen Gefühl – aber auch mit Hoffnung, dass alles gut ausgeht.
Wie es weitergeht, welche Überraschungen uns erwarten und warum diese Etappe unvergesslich wurde…
👉 … erzähle ich im nächsten Blog! ✨
Hier findest du 10 Dinge, die wir erst beim Langfahrtsegeln gelernt haben
Noch mehr Frachtschifftsromantik Einblicke kannst du hier entdecken
Zum vorherigen Blog gelangst du hier
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