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🌊 Torrevieja, tote Schafe & Mittelmeer-Drama: Willkommen im echten Seglerleben

  • Autorenbild: Barbora
    Barbora
  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Torrevieja war für uns nicht mehr als eine Notstation – ein Platz zum Durchatmen, oder besser gesagt: zum Durchgeschaukeltwerden. Die Nacht fühlte sich an wie ein kostenloser All-Inclusive-Aufenthalt in einer XXL-Waschmaschine. Und dementsprechend kurz.


Hochhäuser Skyline spanische Küste Alicante

Schon früh am Morgen flohen wir in den Hafen, tankten und machten uns direkt wieder auf den Weg entlang der zugebauten Costa Blanca.

Hochhaus links, Hochhaus rechts – als würden wir durch eine Betonschlucht segeln.


Ich stand gerade unten und machte Frühstück, als plötzlich Hayris Stimme durchs Boot donnerte:

Barbora! Komm schnell! Da schwimmt etwas!


Ich rannte hoch – und da trieb tatsächlich etwas Großes auf uns zu.

Erst dunkel… dann heller… dann… Fell?


Mein erster Gedanke war: „Oh Gott, ist das eine Leiche?“


Aber nein. Es war: ein Schaf.

Ein komplettes Schaf. Mitten im Mittelmeer.


Wir waren so perplex, dass keiner ans Handy dachte.

Kein Foto. Kein Beweis.




⛵ Weiter Richtung Calpe – und dann diese schwarze Wolke…

Calpe Bucht Spanien Mittelmeer Küste

Die letzten 15 Meilen bis Calpe zogen sich wie Kaugummi im Hochsommer.

Ohne Wind bewegte sich Maido wie ein Elefant durch Pudding.

Wir ankerten erschöpft vor dem Hafen – und wurden am nächsten Morgen von einem fröhlichen

„Hallo ihr beiden!“ überrascht.


Scarlet und Arnd.

Segler, die neben uns geankert hatten und einfach kurz Hallo sagen wollten.

Es gibt nichts Besseres als Menschen zu treffen, die genau wissen, wie sich dieses Leben anfühlt:

Wind, Wellen, Erschöpfung, kleine Siege und große Glücksmomente.


Bei Kaffee und Geschichten wurde die Seglerwelt noch kleiner – und ein Stück wärmer.


Als sie wieder losfuhren, fiel unser Blick auf eine düstere, fast dramatische Wolke, die über den Bergen hing.

Wir schauten uns an und dachten gleichzeitig:

„Vielleicht sollten wir lieber weiter in eine geschützte Bucht fahren…?“

Ein kurzer Hüpfer, dachten wir. 5 Meilen. Eine Stunde. Easy.

Na ja.


Schwarze Wolke kein gutes Segelwetter



Denn kaum waren wir um die Ecke, ballerten uns 30 Knoten genau auf die Nase.

Für eine Strecke, die man normalerweise in einer Stunde fährt, brauchten wir fast drei. Aber als wir endlich den Anker fallen ließen, lag sie vor uns:

Eine traumhafte Bucht. Kristallklares Wasser. Ruhig. Türkis. Fast intim.

Ein Platz, an dem man sofort bleiben möchte – wenn nicht der Himmel so dramatisch grau gewesen wäre.


Am Abend füllte sich die Bucht mit Booten, die alle auf den Absprung nach Ibiza warteten.

Trotz der Fülle blieb die Stimmung sanft wie ein Sommerabend, und wir schliefen überraschend gut.






⛽ Moraira, letzte Vorbereitungen… und plötzlich kippt das Wetter


Am nächsten Morgen lichteten wir den Anker und liefen kurz in die Marina Moraira, um Diesel und Wasser zu bunkern.

Ein letzter Check:

✔ Wetter gut

✔ Wind moderat

✔ Strecke klar

✔ Motivation hoch

Wir fühlten uns bereit für Ibiza.


Doch kaum verließen wir den Schutz der Bucht, drehte uns das Mittelmeer eine lange Nase:

20 Knoten Gegenwind. Sofort. Mit Welle.

Direkt in die Fresse.


Maido kämpfte.

Wir kämpften.

Und am Ende gewannen die Elemente.


Nach ein paar erfolglosen Meilen blickten wir uns an – und beschlossen zum ersten Mal auf der ganzen Überfahrt:

„Wir drehen um.“

Wir schlüpften in die nächste geschützte Bucht – gemeinsam mit zwei weiteren Booten, die ebenfalls aufgegeben hatten.

Das Mittelmeer zeigte wieder einmal:

Hier gelten andere Regeln.

Und die schreibt der Wind.

Jetzt hieß es also:

Warten. Wetterfenster suchen. Kräfte sammeln.


Und dann:

IBIZA.

Wenn das Meer uns lässt.


Wie diese Überfahrt verlief – und was wir dort wirklich erlebt haben – erfährst du im nächsten Blog. 🌊✨



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Wetter & Routing - Windy ist eine große Hilfe bei unserer Planung für den nächsten Törn

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