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Von Tarifa nach Gibraltar: Strömungsrausch, Naturwunder & ein Herzklopfen-Bootscheck

  • Autorenbild: Barbora
    Barbora
  • 22. Nov.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Tagen

✨ Willkommen im Mittelmeer – dachten wir… 😅


Um fünf Uhr morgens, tief in der Dunkelheit, schlichen wir uns aus unserer Ankerbucht. Wir waren müde, verfroren, nicht ganz wach – aber wir mussten los.

72 Meilen lagen vor uns und am nächsten Tag wartete der Gutachter.

Verpassen?

Keine Option. Nicht nach all dem Chaos in Cádiz.


Also tuckerten wir los… und tuckerten… und tuckerten. Kaum Wind. Die portugiesische Küste zog an uns vorbei wie in Zeitlupe.


„Wir kommen nie an…“ dachte ich schon, da passierte es plötzlich.




🚀 Maido wird zum Speedboot (kein Witz!)


Ab Barbate zog die Strömung an – und zwar richtig.

Unsere Maido raste plötzlich mit 9 Knoten Richtung Tarifa.

Neun!


Für uns ein absoluter Adrenalinmoment.


Motoren runter.

Wind schwach.

Welle sanft.

Maido gleitet wie auf Schienen. 

Was für ein Zufall. 😍


Und dann kam das nächste Highlight, das die Natur für uns bereithielt.




🌊 Wo Atlantik und Mittelmeer sich treffen – ein Schnitt durchs Wasser


Kurz vor Tarifa sahen wir etwas, das man eigentlich nur auf Dokus erwartet:

Eine scharfe Linie mitten im Ozean, links brodelndes, sprudelndes Wasser – rechts spiegelglatte Fläche.


Der Moment, in dem Atlantik und Mittelmeer aufeinanderprallen.

Wir wurden einmal durchgeschüttelt, wie in einer Waschmaschine und zack – plötzlich glitt Maido in butterweiches Wasser.

Und der Wind setzte ein. Perfekt. Wie bestellt.

„Wenn das so weitergeht, wird der Törn bis in die Türkei ja richtig entspannt!“ sagten wir noch.

Hahaha.


Ahhhhh. Ja. Naiv waren wir damals… 🤣




⛵ Ankunft in Gibraltar – zwischen Frachtern und Speed-Fähren


Je näher wir Gibraltar kamen, desto mehr nahm der Wind zu. Reff rein.

Links Frachter wie Hochhäuser.

Rechts Speed-Passagierboote, die mit über 30 Knoten an uns vorbeizischten.

Direkt dazwischen: wir. 😅


Wir liefen in den Hafen ein, denn der Gutachter begutachtet nun mal keine Boote vor Anker.

Und ja… die Preise im Mittelmeer.


“Segelst du im Mittelmeer, hast du bald die Taschen leer.“


Wir warteten schon darauf, komplett ausgezogen zu werden – aber 40 € pro Nacht gingen tatsächlich klar.

Uff.


Gibraltar mit dem Katamaran Maido

🔧 Tag des Gutachters – und ein riesen Stein fällt uns vom Herzen


Am nächsten Vormittag war es soweit.

Wir nahmen die komplette Innenwand der beschädigten Seite ab.

Alles freigelegt.

Alles sichtbar.

Jeder Rumpfteil auf dem Prüfstand.


Und dann die erlösenden Worte:

„Keine strukturellen Schäden. Ihr könnt weiterfahren.“


Ich hätte den Mann umarmen können.


Das bedeutete:

✔ keine Notfallreparatur

✔ keine tausende Euro spontan

✔ keine wochenlange Wartezeit

✔ wir können unseren Törn fortsetzen


Wir atmeten so tief aus, dass wahrscheinlich in Marokko die Palmen wackelten.




⚓ Rüber nach La Línea – und erst mal durchatmen


Als der Gutachter vom Steg rollte, machten wir die Leinen los und ankerten gleich nebenan – in der Bucht vor La Línea.

Wir warteten auf Andre & Petra, besorgten die Vorräte und ließen endlich etwas Ruhe einkehren.

Wir waren im Mittelmeer.

Hier sollte ja alles chilli chilli sein – so sagt man. 😄


Maido bekam auch ein bisschen Pflege:

In Gibraltar tankten wir günstig Diesel – einfach 2 Meilen rüberfahren, tanken, bezahlen und wieder weg.

Keine Flaggen, keine Pässe, kein Tamtam.

Optimal.




⛵ Zwei Boote – zwei Strategien


Zwei Tage später kamen Andre und Petra in die Bucht geschippert.

Wir wollten eigentlich wieder gemeinsam los – wie schon so oft.


Ihr Plan?

👉 Perfekten Wind abwarten

👉 dann 3–4 Tage nonstop bis nach Formentera durchsegeln


Unser Plan?

👉 Nicht sterben 😅

👉 keine Dauernachtfahrten nach sechs Wochen Dauertörn

👉 körperlich und mental nicht komplett durchdrehen


Wir waren sechs Wochen fast nonstop unterwegs, von Holland bis Gibraltar – absolute Anfänger – und unsere Nerven waren durch.

Wir mussten das Mittelmeer Schritt für Schritt kennenlernen.

Und das war am Ende genau die richtige Entscheidung.

Denn was uns dort erwartete… das ahnten wir damals noch nicht.




⏭️ Wie es weitergeht?

Im nächsten Blog erzähle ich dir,

👉 warum das Mittelmeer NICHT so gemütlich ist, wie alle behaupten

👉 welche Überraschungen uns direkt hinter Gibraltar erwischt haben

👉 und wie wir unsere ersten echten Mittelmeer-Meilen überlebt haben





Wellen, Strömungen und der Blick nach Afrika – unsere spektakuläre Passage im Video


Wie wir vor dem Berg der Affen ankerten

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