🌊 Seekrankheit: Wie wir damit umgehen – und warum sie weniger schlimm ist, als du denkst
- Barbora

- 30. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Tipps für Segelanfänger, sensible Mägen und alle, die sich fragen: „Trifft mich das auch?“
🤮 - 🤒 - 😨 - 🥴 - 🥵 - 😓
Als wir damals unseren Katamaran gekauft und im Hafen ausgebaut haben, wussten wir natürlich, dass es Seekrankheit gibt. Jeder Segler spricht darüber – manche mit Humor, manche mit horroresker Dramatik.
Was wir nicht wussten?
Dass ich tatsächlich zu der Gruppe gehöre, die’s erwischt. Und zwar nicht nur ein bisschen flau im Magen, sondern so richtig „ich-liege-dann-mal-hier“-mäßig.
Und genau deshalb möchte ich heute einen Beitrag schreiben, der Segelanfängern die Angst nimmt, ehrliche Einblicke gibt und zeigt:
👉 Seekrankheit ist normal.
👉 Sie kann jeden treffen.
👉 Und man kann supergut lernen, damit umzugehen.
💡 Seekrankheit kann jeden treffen – wirklich jeden
Viele glauben, Seekrankheit habe etwas mit „Seemannsgenen“, Erfahrung oder Abhärtung zu tun. Pustekuchen.
Jeder Mensch kann seekrank werden.
Auch Profis. Auch Skipper. Auch Menschen, die tausende Meilen segeln.
Und das Wichtigste:
Jeder reagiert anders.
Manche müssen sich übergeben, andere nicht. Manche werden müde, manche nervös. Manche bekommen Schweißausbrüche – bei mir waren es… Kopfschmerzen.
Genau hier beginnt mein persönlicher Umgang.
🚦 Die ersten Warnsignale: Körper lesen lernen
Bevor ich seekrank werde, bekomme ich:
➤ leichte Kopfschmerzen
Das ist für mich das absolute Frühwarnsignal. Wenn ich dann reagiere, habe ich die Seekrankheit zu 90 % im Griff.
Was ich mache:
👉 Augen schließen
👉 10 Minuten ruhen
👉 Frische Luft
👉 Bewegung wahrnehmen
Und siehe da – das flaue Gefühl verfliegt, bevor es überhaupt entstehen kann.
🍏 Essen gegen Seekrankheit – was MIR geholfen hat
Medikamente haben wir natürlich an Bord. Aber mal ehrlich:
Die schießen dich komplett weg. Du kannst nichts mehr tun. Nicht steuern, nicht helfen, nicht denken.
Und sie funktionieren nur richtig, wenn man sie vor Symptomen nimmt.
Ich wollte eine Lösung, die mich voll funktionsfähig lässt – und die habe ich gefunden.
✨ Meine „Seekrankheits-Prävention-Formel“
Vor dem Ablegen:
eine Kleinigkeit essen (sonst rebelliert der Magen)
mein Zauber-Trio:
✔ pürierter Apfe
✔ pürierte Möhren
✔ Zitronentee
Während des Törns:
alle 2 Stunden eine Kleinigkeit essen
regelmäßig trinken
niemals zu lange nüchtern bleiben
Das gibt dem Körper Stabilität – und erstaunlich viel Ruhe.
🌬 Wo du sitzt, entscheidet über deine Sympthome
Der richtige Platz ist Gold wert.
Ich habe gelernt:
✓ Ich brauche frische Luft
✓ Ich brauche Sicht auf den Horizont
✓ Ich brauche Beschäftigung
(z. B. steuern, fotografieren, Landschaft beobachten)
Denn wenn die Gedanken beschäftigt sind, hat die Übelkeit weniger Chancen – klingt seltsam, wirkt aber Wunder.
❌ Absolute Tabus für mich:
unter Deck gehen
aufs Handy schauen
lesen
irgendwas, das nach „Kopf runter“ aussieht
Der schnellste Weg zur Übelkeit?
Sich in der Koje ein Instagram Reel anschauen. 💀
🍵 Getränke: Tee ja, Alkohol nein
Unterwegs trinke ich nur:
✔ Tee
✔ Wasser
Alkohol?
No chance.
Das „Ankerbier“ gibt’s erst in der Bucht – da schmeckt es sowieso viel besser.
🪣 Der Eimer – mein nie benutzter treuer Begleiter
Am Anfang hatte ich immer einen Eimer bereit.
Falls es mal schlimmer wird.
Spoiler: Ich brauchte ihn nie.
Aber…
Allein ihn dabei zu haben gibt dir ein Gefühl von Kontrolle.Und das ist unglaublich wertvoll.
🍽 Wenn schlechtes Wetter kommt: Vorkochen!
Wenn wir wussten, dass die See unruhig wird, habe ich das Essen immer vorher zubereitet.
So musste mein Mann unterwegs nur noch aufwärmen – ohne, dass ich unter Deck herumturnen musste (der sichere Weg zur Seekranken-Hölle).
😂 Die lustige Gegenseite: Landkrankheit
Davor hatten wir noch nie gehört.
Und jetzt?
Ich liebe es.
Wenn wir nach Tagen auf See in einen Hafen laufen, ist es das Witzigste überhaupt:
Du steigst aus, willst geradeaus laufen – und es geht nicht.
Dein Körper wackelt fröhlich im „Bootsmodus“ weiter.
Unter der Dusche mit geschlossenen Augen fühlst du dich wie auf einer Waschmaschine auf Stufe „Schaukeln 3000“.
Das Beste daran:
Landkrankheit ist harmlos.
Und meistens nach Minuten bis ein paar Stunden weg.
🫶 Fazit: Seekrankheit ist kein Drama – du kannst damit umgehen
Wenn ich eines gelernt habe, dann das:
👉 Seekrankheit ist nichts, wofür man sich schämen muss.
👉 Sie bedeutet nicht, dass Segeln „nicht dein Ding“ ist.
👉 Du kannst lernen, sie zu kontrollieren.
👉 Du kannst trotzdem großartige Törns, traumhafte Buchten und coole Marinas genießen.
Lass es dir nicht entgehen!
Heute weiß ich genau, wie mein Körper reagiert – und was ich tun muss.
Und das gibt mir eine ganz neue Freiheit und Sicherheit auf dem Wasser.
Wenn du Anfänger bist und Angst vor Seekrankheit hast:
Du bist nicht allein.
Und du kannst das meistern.
Versprochen.
Als wir unsere große Reise planten, wussten wir noch nicht, wie sehr uns das Leben auf dem Meer verändern würde. (→ hier zu unserem Überfahrts-Abenteuer)
Richtig unruhige See haben wir übrigens später noch auf in Portugal erlebt. (→ hier unsere Portugal-Story lesen)
Wie das Leben auf dem Katamaran unseren Alltag verändert hat
Der unfassbare Tag mit dem Schaf im Wasser 🐑🌊



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