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Von Porto bis Nazaré – Freiheit, Rückschläge und der Moment, an dem wir uns die Natur unsere Grenzen zeigte

  • Autorenbild: Barbora
    Barbora
  • 19. Nov.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 8 Stunden


Ein Abschied, der uns stärker zurückließ



Als Tommy uns verließ, war das ein leises Ziehen im Herzen. Die letzten Tage war er wie ein sicherer Hafen für uns gewesen – jemand, der das Revier kannte, das Wetter verstand, der wusste, wo man gut essen oder einkaufen konnte, wo man Schutz fand und wie man in dieser Gegend segelt.

Wir hatten durch ihn in kürzester Zeit mehr gelernt als in vielen Wochen zuvor.

Nicht nur Technik – auch Mut.


Er hatte uns ein Stück Sicherheit gegeben, das wir lange vermisst hatten.


Und jetzt waren wir wieder allein.

Allein… aber nicht mehr dieselben.


Wir fühlten uns selbstbewusster.

Abenteurerischer.

Bereit für den nächsten Schritt. 💙




Die ersten Meilen ohne Tommy – und ein Ankerplatz, der uns Freiheit schenkte


Wir wollten nur zehn Meilen bis zur Spitze Westspaniens fahren.

Aber innerlich war es ein viel größerer Schritt: die erste Etappe wieder nur wir zwei.


In Baiona war es dann so weit – unser erster Ankerplatz seit Langem.

Ein traumhaft schöner Spot: geschützt, ruhig, sonnig.


Und dieses Gefühl, endlich mal nicht in einen Hafen reinzumüssen…

Kein An- und Ablegen, keine Bürokratie, keine Gebühren.


Nur Stille.

Natur.

Wir.


Es war befreiend.

Wirklich befreiend. ✨⚓️


Wir waren angekommen – nicht nur in der Bucht, sondern in einem neuen Abschnitt unserer Reise.





Rückenwind nach Portugal – und ein Moment, der uns erschreckte


Am nächsten Morgen ging es früh weiter Richtung Porto.

Portugal begrüßte uns, als hätte es nur auf uns gewartet:

20 Knoten Rückenwind, lange Welle – perfekte Bedingungen.


65 Meilen in unter 12 Stunden.

Unsere Maido flog förmlich über das Wasser.

Es war einer dieser Segeltage, die man im Herzen sammelt. 🌞⛵️

Doch kurz vor Porto änderte sich alles.


Wir wollten gerade die Segel bergen, als wir auf dem Plotter ein Sperrgebiet sahen.

Kein Problem – wir fahren außen herum.

Wir lösten die Festmacherleinen an den Segeln, als plötzlich der Wind drehte.

Hart.

Schnell.

Unerwartet.


Maido machte fast eine Patenthalse – eine der gefährlichsten Situationen beim Segeln. Materialschäden, Verletzungen… alles möglich.


Wir kämpften uns durch, bekamen die Segel runter – und standen plötzlich mitten im Sperrgebiet.

Und dann fiel einfach alles aus:

  • Plotter tot.

  • Handy tot.

  • Navigation tot.


Es waren wenige Sekunden, aber sie fühlten sich wie Minuten an.

Dann gab mein Mann Gas – und wir waren raus.

Alles funktionierte wieder.

Als wäre nichts gewesen.




Ankern vor Porto – ein stiller Moment der Dankbarkeit


Ankerplatz vor Porto wo wir mit unserem Katamaran Maido übernachteten

Vor Porto ankerten wir erneut – direkt vor der Marina Douro.

Die Stadt glitzerte im Abendlicht, während wir einfach nur dasaßen.

Still.

Erschöpft.

Dankbar.

Genau für solche Momente waren wir losgefahren. ✨




Die nächsten 65 Meilen – Bojen, Nervenkitzel und schwere Entscheidungen


Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Süden.

Ich rief im Hafen Figueira da Foz an – kein Platz.

Plan B: Peniche, also ankern.


Doch ab hier begann das Meer, uns zu prüfen.

Portugals Atlantik ist wunderschön – aber das Wasser ist ein Bojen-Minenfeld.

Überall Fischerleinen.

Kleine Fallen.

Wir wussten nur zu gut, was passiert, wenn man eine einfängt…


Also hielten wir uns weit draußen.

Laut Wetter sollte der Wind abends nachlassen.

Aber: bei uns passiert selten etwas nach Plan.


Der Wind nahm zu.

Die Welle auch.


Wir hatten schon gerefft, aber die Bedingungen wurden schnell schlechter.

Der Autopilot kämpfte – und verlor.

Wir wurden seitlich von den Wellen verdreht – für Katamarane unangenehm bis gefährlich.


Die Angst kam.

Nicht panisch – sondern klar und ehrlich.

Ein Gefühl, das sagt: Jetzt wird’s ernst.



Nazaré – der Hafen der Giganten


Der nächste mögliche Hafen war Nazaré.

Der Ort der größten Wellen der Welt.

Nicht unbedingt der Traumhafen für eine nächtliche Ankunft…und schon gar nicht bei unruhigem Meer.

Aber wir mussten.

Es gab keine Alternative.


Gegen 21 Uhr rief ich dort an – und erhielt eine Antwort, die uns fast den Atem nahm:

„Hafen offen. Wir haben Platz für euch.“
Unsere Nachtfahrt bei hohen Wellen vor Nazare

Wir segelten – oder eher kämpften – noch 20 Meilen.

Im Dunklen.

Mit Wellen.

Mit Müdigkeit.

Mit Angst.


Um 1 Uhr nachts liefen wir ein – und ein paar Segler, die noch wach waren, halfen uns beim Festmachen.

Ich weiß nicht, wie oft ich „Danke“ gesagt habe.




Fünf Tage in Nazaré – Zeit zum Durchatmen


Diese Nacht hat uns verändert.

Wir spürten unsere Grenzen.

Wir lernten, dass Segelbergen bei großen Wellen kein Handgriff ist – sondern eine echte Herausforderung.

Wir blieben fünf Tage in Nazaré.

Wir brauchten das:

Zeit für Ruhe.

Zeit für Abstand.

Zeit, um wieder Kraft zu sammeln.


Der Strand von Nazare kurz nach dem Hafen wo wir 5 Tage geblieben sind



Und dann… kam die nächste große Herausforderung


Nach Nazaré wartete das, wovor viele Segler Respekt haben:

das Orca-Gebiet.


Die nächste Etappe sollte uns erneut auf die Probe stellen.

Es wartete die nächste große Herausforderung: das Orca-Gebiet.



Wie wir das gemeistert haben – das erzähle ich dir im nächsten Blog. 🐋💙✨






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