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5 Fehler, die du bei der Bootssuche vermeiden solltest – und wie wir sie (fast) alle gemacht haben

  • Autorenbild: Barbora
    Barbora
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Ein Boot zu kaufen ist kein kleiner Schritt. Es ist ein riesiges Abenteuer, ein Sprung ins Unbekannte – und, ganz ehrlich, manchmal auch ein Sprung direkt ins Fettnäpfchen.

Als wir uns auf die Suche nach unserem Katamaran MAIDO gemacht haben, waren wir voller Begeisterung, Motivation und Träume… aber nicht unbedingt voller Erfahrung.


Rückblickend haben wir so ziemlich jeden klassischen Anfängerfehler gemacht.


Zum Glück ist es für uns gut ausgegangen – aber viele Schwierigkeiten hätten wir uns sparen können. Darum möchten wir heute offen teilen, welche fünf Fehler wir gemacht haben und wie du sie vermeiden kannst.



👉Hier erzählen wir, warum wir überhaupt auf ein Boot gezogen sind.

👉Wie wir unseren Katamaran letztendlich gefunden haben, liest du hier


1. Wir haben ein Boot gekauft, bevor wir je auf einem gesegelt sind


Ja, du hast richtig gelesen.

Wir hatten vorher noch nie auf einem Katamaran geschweige denn auf Segelboot gestanden.

Nicht gesegelt.

Nicht einen Tag an Bord verbracht.

Kein Testtörn.

Nichts.


Wir wussten nicht einmal richtig, wie sich ein Kat am Wind verhält oder wie viel Platz man wirklich an Bord braucht.


Warum das ein Fehler war:

Ein Boot ist nicht nur ein technisches Objekt – es ist ein Lebensraum. Und jeder Bootstyp fühlt sich anders an.

Ohne dieses Gefühl schon einmal erlebt zu haben, kauft man blind.


Was wir heute empfehlen würden:

→ Buche ein oder zwei Probeschläge

→ Mach eine Woche Charter

→ Rede mit Besitzern, die den gleichen Bootstyp fahren

Es verändert alles.




2. Wir haben uns zu wenig Zeit gelassen


Sobald die Idee da war, wollten wir sofort los. In unserem Kopf war es perfekt:

Boot kaufen → ausrüsten → lossegeln → Sonnenuntergänge genießen.


Was wir aber komplett unterschätzt haben:

Die Suche nach DEM richtigen Boot dauert.

Und sie darf auch dauern.

Wir haben uns zu wenige Boote angesehen, Entscheidungen zu schnell getroffen und hatten zu wenig Vergleichsmöglichkeiten.


Was wir heute empfehlen würden:

→ Mindestens 5–10 Boote anschauen

→ Verschiedene Layouts, Refit-Zustände und Baujahre vergleichen

→ Eine lange Liste mit „Must-haves“ und „Nice-to-haves“ machen


Zeitdruck ist ein schlechter Berater beim Bootskauf.




3. Wir sind ohne Fachmann in die Besichtigung gegangen


Natürlich wollten wir Geld sparen — wer nicht?

Und wir dachten, wir würden schon erkennen, ob ein Boot in gutem Zustand ist oder nicht.


Spoiler: hätten wir nicht.


Wir hatten Glück.


Große versteckte Schäden gab es bei MAIDO nicht.

Aber wir hätten es nicht gemerkt, wenn es anders gewesen wäre.


Ein Boot ist komplex. Und ohne Erfahrung übersieht man leicht Dinge, die später richtig teuer werden.


Was wir heute empfehlen würden:

→ Mindestens einen erfahrenen Segler oder Mechaniker zur Besichtigung mitnehmen

→ Noch besser: Einen unabhängigen Sachverständigen beauftragen

→ Nicht an der falschen Stelle sparen – Expertise zahlt sich aus




4. Wir haben das Boot nicht gekrant


Ein Blick aufs Unterwasserschiff? Nein.

Osmose? Keine Ahnung.

Zustand der Saildrives? Vermutung statt Gewissheit.


Wir haben MAIDO gekauft, ohne das Unterwasserschiff je gesehen zu haben.

Das ist wahrscheinlich der häufigste und gefährlichste Fehler von Erstkäufern.

Lift für Boote, Kran für Katamarane

Warum?

Weil 80 % der teuren Reparaturen unter der Wasserlinie entstehen.

Wir hatten wieder Glück – aber das hätten wir nicht einkalkulieren dürfen.


Was wir heute empfehlen würden:

→ Boot IMMER kranen lassen

→ Rumpf, Kiel, Ruder, Saildrive und Anoden genau inspizieren

→ Direkte Fragen stellen: Wann war das letzte Antifouling? Wurden Osmosebehandlungen gemacht?


Ein Kranen kostet vielleicht ein paar Hundert Euro – aber kann dir Tausende sparen.




5. Wir haben das Boot vor dem Kauf nicht gesegelt


Es klingt verrückt, aber in der Euphorie wirkt vieles logisch, was es nicht ist.

Wir sahen Bilder, stellten uns vor, wie wir auf den Trampolinen liegen, wie wir Sonnenuntergänge genießen, wie wir über den Atlantik segeln… und vergassen dabei:


Ein Boot muss man fühlen.

Und das geht nur beim Segeln.


Wie verhält es sich am Wind?

Wie klingt es?

Wie liegen die Leinen?

Wie gut kommen wir mit dem Handling klar?


Diese Fragen kann man nicht durch Fotos beantworten.

Was wir heute empfehlen würden:

→ Immer eine Probefahrt verlangen

→ Schon kleine Eindrücke sagen viel: Manöver, Lautstärke, Vibration, Komfort

Ein Boot kann auf dem Papier perfekt sein – und sich trotzdem nicht wie „deins“ anfühlen.




Fazit: Wir hatten Glück – du brauchst es nicht


Wir lieben MAIDO.

Sie ist unser Zuhause geworden, unser Abenteuer, unser Traum auf dem Wasser.


Aber rückblickend wissen wir:

Wir hätten vieles einfacher, günstiger und stressfreier haben können.


Es ist absolut okay, Anfänger zu sein.

Aber du musst nicht jeden Fehler selbst machen.

Wenn du selbst auf Bootssuche bist:

→ Lass dir Zeit

→ Hole dir Unterstützung

→ Schau dir viele Boote an

→ Und sammle echte Erfahrung an Bord, bevor du Geld ausgibst



Ein Boot zu kaufen ist eine der emotionalsten Entscheidungen, die man treffen kann.


Aber sie darf trotzdem gut durchdacht sein




👉 Ankern wie die Profis

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