🔥 Ein neuer Kapitel unseres Abenteuers: Balearen-Wahnsinn, letzter Moment-Fehler & eine Überfahrt, die uns alles abverlangte
- Barbora

- 1. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Dez. 2025

Über zwei Monate waren wir jetzt auf dem Meer. Zwei Monate, in denen wir nicht nur gelernt haben zu segeln – sondern uns selbst neu zu lesen.
Je weiter wir von Europa wegdrifteten, desto näher kamen wir uns selbst.
Das Meer, die Ruhe, die Monotonie der Wellen… es ordnete uns innerlich wie von selbst. Die Gedanken wurden klarer.
Die Pläne echter. Alles fühlte sich kraftvoller, ehrlicher an.
Aber bevor es philosophisch wird:
Uns stand eine Strecke bevor, die es in sich hatte.
🌪 Ibiza & Mallorca: Ein Segeltörn, der fast in einer Sommer-Überforderung endete
Wegen starkem Südwind mussten wir Ibiza und Mallorca über den Norden umrunden.
Und ehrlich?
Wenn selbst die nordlichen Buchten schon aussahen wie ein Boots-Festival ohne Notausgang –wie sollte es dann erst im Süden sein?
Die Wahrheit:
Wir wollten es lieber gar nicht wissen.
Ibiza begrüßte uns mit seinem traumhaften Wasser, Felsen, Farben – und einem Chaos, das man kaum beschreiben kann:
Boote lagen so dicht, dass man fast die Frühstücksbrötchen der Nachbarn riechen konnte.
Chartercrews kommunizierten, als hätten sie ein eigenes geheimes Funknetz.
Wo ein Anker hochging, tauchte drei Sekunden später ein neuer auf.
Schnellboote rasten durch die Buchten, als gäbe es einen Pokal zu gewinnen.
Der Traum: Ibiza.
Die Realität: Sommerhölle in Türkis.
Wir machten nur Stopps zum Schlafen. Nichts mit gemütlichem Küstenschnorcheln oder romantischen Sonnenuntergängen.
Es war einfach zu viel.
🌿 Menorca: Ein Atemzug Freiheit (mit Wetterdruck im Nacken)
Und dann – Menorca.
Das Inselchen, das sich anfühlte wie ein heimliches Paradies, das die Masse übersehen hat.
Wir kamen von der Südseite und alles war plötzlich so… anders.
atemberaubende Felsküsten
leere Naturlandschaften
kristallklares Wasser
Strände wie aus Werbespots
Stille, die wir fast schon nicht mehr kannten
Wir hätten bleiben können.
Wir hätten bleiben WOLLEN.

Aber die Wetterberichte sagten etwas anderes:
ein schneller, brutaler Wetterumschwung.
Also ankerten wir kurz vor Mahón, in einer Bucht, die wie gebaut war, um einem Sturm zu trotzen.
Na gut – außer der Tatsache, dass sie so voll war, dass ein Winddreher vermutlich ein riesiges Boot-Domino ausgelöst hätte.
Zum Abschluss des Tages tuckerten wir mit dem Dinghy nach Mahón.
Neun Marinas.
Malerische Häuser.
33 Grad – und wir schliefen immer noch unter Winterdecken.
Was soll man sagen? Wir sind halt Mimosen.
⏱ Die Überfahrt: 200 Seemeilen. Eine Nacht. Und ein Fehler, der uns eiskalt erwischte.
Sardinien rief.
Die Route: 200 Seemeilen.
Die Realität: wieder eine Nachtfahrt.
Wir sind keine Nachtfahr-Fans.
Aber: Es gab keinen Plan B.
Wir bereiteten alles penibel vor:
Diesel
Wasser
Essen
Snacks
Sicherheitschecks
Und das wichtigste: Kopfsache
Wir liefen aus Mahón aus – mit perfektem Rückenwind.
Es fühlte sich so an, als würde uns das Meer selbst anschieben.
Aufregung. Vorfreude. Adrenalin.
Bis…ja…bis mein persönlicher Superfail kam.
💥 Der Moment, in dem ich dachte: „Nicht schon WIEDER!“
Ich hatte vergessen, den Großfall zu sichern.
Ein kleiner Handgriff. Kaum Sekunden.
Aber katastrophal, wenn man ihn vergisst.
Als wir das Groß setzen wollten, sahen wir es:
Die Leine hatte sich schon mehrmals um den Reflektor gewickelt.
Ich fühlte es sofort im Bauch:
Biskaya. Der Fehler. Das Déjà-vu.
Und dann dieser Gedanke: „Das passiert mir NIE wieder… und jetzt ist es schon wieder passiert.“
Um den Fall zu lösen, müsste einer von uns in den Mast.
Und zwar bei drei Meter Welle.
Mein Mann wäre da oben herumgeschleudert worden wie ein Wackeldackel im Tornado.
Es war einfach zu gefährlich.
Also:
Planänderung. Vorsegel. Motor. Und weiter.
Nicht der Törn, den wir uns romantisch ausgemalt hatten – aber hey… wir leben noch.
🌅 Der Morgen: Sardinien taucht auf – und etwas Neues beginnt
Die Nacht war ruhig. Unheimlich ruhig.
Als würde das Meer sich für den Fehler entschuldigen wollen.
Und dann – beim ersten Licht – tauchte Sardinien vor uns auf.
Groß. Golden. Majestätisch.
Und der Moment, der danach kam…der hat alles verändert.
Wie Sardinien uns überraschte und was dort wirklich passierte, erfährst du im nächsten Teil unserer Reise
Erinnerst du dich an das Chaos in der Biskaya? Genau dort ist uns dieser Fehler zum ersten Mal passiert.
Wie wir körperlich und mental solche Überfahrten meistern, habe ich hier ausführlich beschrieben.


Kommentare