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Die Biskaya: Drei Tage Sturm, Sorgen, Delfine – und ein Jackpot namens Tommy

  • Autorenbild: Barbora
    Barbora
  • 18. Nov.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 9 Stunden

Unsere härteste Etappe – und warum sie uns stärker gemacht hat

Delfine auf der Biskaya schwimmen direkt vor unserem Bugg

Warten in Camaret & Brest – zwischen Sturm und Stillstand 🌬️⚓


Die Tage in Camaret und später in Brest fühlten sich an, als hinge die Zeit irgendwo zwischen Hoffnung und Nervosität.

Draußen peitschten die Böen, die Wellen rollten chaotisch an die Mole – eindeutig kein Wetter für eine Biskaya-Überquerung.


Die See sagte klar:

Noch nicht.


Also warteten wir.

Studierten Wetterfenster.

Hofften.

Beobachteten.




Ein Geschenk aus dem Nichts: Tommy wird frei 💛


Während dieser Wartezeit passierte etwas völlig Unerwartetes:

Der Eigner des Bootes, das Tommy überführen sollte, entschied spontan zu pausieren.

Das Boot blieb liegen – und Tommy war frei.


Als er fragte, ob er uns über die Biskaya begleiten sollte, mussten wir nicht einmal nachdenken.

Ein erfahrener Segler.

An unserer Seite.

Im richtigen Moment.


Ein Geschenk.

Ein Lotto-Sechser.

Ein riesiger Stein, der von unseren Herzen fiel.




Startversuch Nr. 1 – und ein Nebel, der die Welt verschluckte 🌫️


Gemeinsam mit der Vlie wollten wir am Abend aus Brest auslaufen.

Doch plötzlich rollte eine massive Nebelwand in die Bucht.

Innerhalb von Minuten verschwand alles: Hafen, Horizont, Welt.


Wir drehten um.

Noch eine Nacht.

Noch ein Warten.


Doch am nächsten Morgen war der Himmel klar – so klar, dass wir spürten:

Jetzt wirklich.




Der Start in die Biskaya – und die Rückkehr der Seekrankheit 🤢


Wellen, Schläge und der erste Kampf des Körpers


Die Biskaya mit den Wellen, ich war schon wieder seekrank

Schon die ersten Meilen zeigten:

Diese Überfahrt würde kein Spaziergang.

Der Wind stand ungünstig, die Wellen drückten schräg und hart gegen Maidos Rümpfe.

Jeder Schlag vibrierte durch den ganzen Körper.


Und dann war sie wieder da:


Diese verdammte Seekrankheit.

Von 0 auf 100.


Ich musste mich hinlegen, während mein Mann und Tommy draußen weitersteuerten.


Erst am Nachmittag beruhigten sich Welle und Wind.

Wir starteten die Motoren – und in dem Moment riss die Wolkendecke kurz auf.

Ein bisschen Sonne.

Ein bisschen Hoffnung.



Delfine! Und plötzlich war alles wieder gut 🐬✨


Und dann tauchten sie auf:


Delfine.


Mein Mann rief nach mir.

Ich sprang hoch, rannte nach vorne aufs Trampolin – und plötzlich war die Übelkeit wie weggeblasen.


Die Delfine tanzten in unserer Bugwelle, tauchten elegant ab, wieder auf.

Es fühlte sich an wie eine Nachricht vom Meer:

Ihr seid auf dem richtigen Weg.



Nacht über der Biskaya – und ein Problem am Mast ⚓


Wachwechsel und ein Schreck bei Tagesanbruch


Die Nacht senkte sich über uns, still, aber angespannt.Tommy übernahm die erste Wache.

Als wir frühmorgens rausgingen, sahen wir sofort das Problem:

Der Großfall hatte sich um den Reflektor im Mast gewickelt.

Ohne Großsegel – keine Geschwindigkeit.

Jemand musste hoch.


Mit Tommy an Deck war die Entscheidung klar:

Wir winschten meinen Mann in die Mastspitze – während Maido im Wellengang schaukelte.


Es war alles andere als angenehm.

Aber er löste die Leine.

Weiter ging's.



Und dann streikt der Motor… natürlich 🙄


Am Nachmittag flaute der Wind wieder ab.

Motoren an.

Kurz darauf: Temperaturalarm Backbordmotor.


Motor aus.

Rauch steigt hoch.


Die Wasserpumpe war hinüber.

Ein Motor tot.

Kein Wind.

Und wir mitten in der Biskaya.


Ich malte mir Horror-Szenarien aus – besonders das Einlaufen in eine Marina mit nur einem Motor.


Die Nacht wurde ruhig.

Fast unheimlich ruhig.

Delfine begleiteten uns weiterhin – man hörte sie sogar atmen.




Die rettende Idee am Morgen – genial und ein bisschen verrückt 🔧⚡


Als der Morgen graute, hatte mein Mann eine Idee, die nach Wahnsinn klang – und dann nach Genialität:

Unsere Klimaanlage hatte eine Wasserpumpe.

Warum nicht diese einbauen?


Also bauten wir sie aus, schlossen sie am Motor an – und:

Sie lief.

Einfach so.

Unsere Solaranlage lieferte genug Energie, der Motor war wieder funktionsfähig.

Vlie - unser Buddyboat, unsere Freunde aus Holland

Nach drei Tagen und drei Nächten erreichten wir A Coruña.

Leer.

Erschöpft.

Glücklich.


Ein kurzer Anstoßer mit der Crew der Vlie – und dann fielen wir in einen Schlaf, der eher Bewusstlosigkeit war.




Spanien: Kraft tanken, Gegenwind – und ein Abschied, der uns traf


Weiter Richtung Süden – mit Rückenwind und neuen Herausforderungen


Da wir in A Coruña keine Ersatzpumpe fanden, liefen wir schon am nächsten Morgen erneut aus.

Tommy blieb an Bord – ein Segen für uns.

Der Atlantik begrüßte uns mit kräftigem Rückenwind.

Maido rauschte über die Wellen – ein Moment purer Freiheit.


wir segeln an dem westlichsten Punkt Europas

Die nächsten Tage brachten wieder Wind, Welle, Nebel – und die Biskaya steckte uns noch tief in den Knochen.


Wir segelten durch Galicien, passierten den westlichsten Punkt Europas und erreichten schließlich Vigo.


Dort fanden wir endlich die richtige Pumpe.

Mein Mann baute sie ein, ich kaufte ein Ersatzkit.

Sicher ist sicher.




Ein letzter Abend mit Tommy – und eine große Dankbarkeit


Wir gingen ein letztes Mal gemeinsam essen.

Für ihn war es vielleicht nur eine kleine Geste.

Für uns war es alles.

In diesen wenigen Tagen hatten wir mehr gelernt als in Wochen zuvor:

Über das Meer.

Über Maido.

Über uns.


Wir waren noch keine Profis.Aber wir wuchsen.

Mit jeder Welle.

Mit jedem Fehler.

Mit jedem Sonnenaufgang.

Und mit jedem Menschen, der uns begleitet. ✨⛵️








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👉Wie uns Delfine begleitet haben, siehst du hier

👉Wie wir durch die Biskaya fuhren, siehst du hier


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