Segelreise Türkei: Wenn aus Gästen Familie auf Zeit wird
- Barbora

- 11. Juni
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Juni

Die letzte Woche mit Dennis – und was bleibt
Die letzte Woche mit Dennis hatte begonnen.
Und auch wenn wir es nicht ausgesprochen haben, war uns beiden klar:
Diese Zeit war begrenzt.
Vielleicht hat sie sich genau deshalb anders angefühlt.
Nach den stillen Tagen in den Buchten wünschte sich Dennis wieder etwas Leben.
Eine Stadt. Bewegung. Menschen.
Also machten wir uns auf den Weg nach Fethiye.
Durch die 12 Inseln von Göcek
Die Route wählten wir bewusst durch die berühmten 12 Inseln von Göcek.
Eine Strecke, die für sich schon ein Erlebnis ist.
An Tersane Adası legten wir eine erste Pause ein.
Frühstück an Bord, umgeben von ruhigem Wasser.
Wir wussten: Vor Fethiye selbst kann man ankern –
aber das Wasser dort lädt nicht wirklich zum Baden ein.
Also entschieden wir uns für einen weiteren Stopp bei Katrancık Adası.
Noch einmal ins Wasser.
Noch einmal dieses Gefühl von Freiheit.
Eigentlich hätten wir Dennis gerne auch Göcek gezeigt.
Aber zwischen den vielen Yachten, den engen Spots und den tiefen Ankermöglichkeiten merkten wir schnell:
Wir würden hier an unsere Grenzen kommen.
Und plötzlich war es nicht mehr nur eine Entscheidung gegen einen Stopp.
Sondern ein kleines Detail, das unsere Reise bestimmt:
unsere Kette.
Zu kurz für solche Orte.
In solchen Momenten wird einem klar, wie sehr selbst die kleinsten Dinge darüber entscheiden, wo man sein kann – und wo nicht.
Fethiye – zwischen Faszination und Überforderung
Die Bucht von Fethiye ist riesig.
Schon bei der Ankunft entsteht eine besondere Stimmung:
Die Berge im Hintergrund,
die Lichter der Stadt,
dieses leise Ankommen.
Dennis war beeindruckt.
Und wir auch – obwohl wir die Stadt schon kannten.
Am nächsten Tag ging es an Land.
Erledigungen, ein bisschen Alltag.
Neue SIM-Karte, Einkäufe, durch die Straßen treiben lassen.
Ich führte Dennis zum Fischbasar.
Ein Ort, den wir jedes Mal wieder aufsuchen.
Frischer Fisch, direkt ausgewählt, direkt zubereitet.
Fethiye ist lebendig.
Touristisch.
Voll.
Bunt.
Und genau da merkten wir etwas:
Nach all den Tagen in ruhigen Buchten reichte uns ein Nachmittag völlig aus.

Plan ändern gehört dazu
Also entschieden wir spontan:
Wir bleiben hier nicht für die letzten Tage.
Stattdessen segeln wir weiter –
und kommen später zurück.
Am nächsten Morgen versorgten wir Maido noch im Hafen mit Wasser und Diesel.
Und wieder ein Detail, das zur Türkei dazugehört:
Der Abwassertank darf nur im Hafen entleert werden.
Und das wird kontrolliert.
Ein anderes System.
Andere Regeln.
Ein Team, das funktioniert
Dennis war inzwischen längst Teil des Bordalltags.
Manöver, Abläufe, kleine Handgriffe –
alles lief selbstverständlich.
Und genau das machte es so besonders:
Wir mussten nichts erklären.
Es funktionierte einfach.
Vielleicht sogar besser, als wir es erwartet hatten.
Die letzten gemeinsamen Tage
Wir segelten weiter nach Ölüdeniz.
Ein Ort, den viele kennen und der trotzdem beeindruckt.
Schon bei unserer Ankunft war der Himmel voller Gleitschirmflieger, die sich vom Gipfel ins Tal treiben ließen.
Mit dem Dinghy erkundeten wir die Umgebung,
genossen die letzten Tage zu dritt.
Uns war genau klar:
Die letzten gemeinsamen Sonnenuntergänge.
Die letzten gemeinsamen Abenteuer.
Die letzten gemeinsamen Momente.
Auf dem Rückweg legten wir noch eine Badepause mitten auf dem offenen Meer ein.
Und wieder so ein kleiner Moment, der hängen bleibt:
Das Wasser war warm.
Ruhig.
Fast still.
Als würde es uns noch einmal bewusst machen, wie besonders diese Zeit ist.

Der Abschied
Zurück in Fethiye fühlte sich alles vertraut an.
Und gleichzeitig anders.
Die Zeit mit Dennis neigte sich dem Ende zu.
Langsam.
Unaufhaltsam.
Gegen Mitternacht brachten wir ihn zum Taxi.
Kein großer Abschied.
Keine großen Worte.
Nur dieser eine Satz:
„Ich habe mich lange nicht mehr so erholt gefühlt.“
Und genau in diesem Moment fiel etwas von uns ab.
All die Gedanken, die wir uns vorher gemacht hatten.
Ob es ihm gefällt.
Ob wir ihm diese Welt wirklich näher bringen können.
Plötzlich war alles klar.
Als das Taxi im Dunkeln verschwand, blieb es für einen Moment still.
Keine Bewegung.
Kein Gespräch.
Nur dieses Gefühl, dass etwas zu Ende gegangen ist.
Und gleichzeitig etwas geblieben ist.
Diese Woche hat uns mehr gezeigt, als wir erwartet hatten.
Nicht nur, dass das Leben auf dem Wasser funktioniert.
Sondern, dass es sich verändert, sobald man es teilt.
Dass aus einer Reise und aus einer besonderen Lebensart plötzlich etwas wird, das größer ist als man selbst.
Vielleicht ist genau das der Punkt, den wir vorher nicht wirklich verstanden haben:
Es geht nicht nur darum, unterwegs zu sein.
Sondern darum, Menschen daran teilhaben zu lassen.
Und genau das wollen wir weitergeben.
Denn mit Dennis ist nicht nur ein Abschnitt zu Ende gegangen.
Es hat sich auch eine Frage in uns festgesetzt:
👉 Kann sich dieses Leben für jeden so anfühlen?
👉 Auch für Menschen, die noch nie gesegelt sind?
Genau darüber haben wir danach lange nachgedacht.
Und vielleicht überrascht dich unsere Antwort.
Wenn du mehr vom Wasser willst – nicht als Post, sondern als Brief: hier entlang.
Ankunft von Dennis auf unserem Katamaran Maido
Wie ist das Leben auf einem Katamaran?
Manche Erlebnisse kann man nicht erzählen.
Man muss sie teilen.
Genau deshalb gibt es Möglichkeiten, ein Stück dieser Reise selbst mitzuerleben - „Mitgehen“



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