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❄️ 7 Winter-Hacks, die uns den Arsch (und das Boot) gerettet haben – Katamaran-Edition für Frostopfer

  • Autorenbild: Barbora
    Barbora
  • 15. Nov.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 11 Stunden

Oder: Wie wir den holländischen Winter überlebt haben, ohne dauerhaft in Tränen, Eis oder Sikaflex zu versinken.


Wenn jemand behauptet:

„Ach, im Winter auf einem Katamaran leben? Klingt romantisch.“

…dann hat derjenige drei Dinge sicher noch nie erlebt:

❄️ eiskalte Stege,

❄️ Kondenswasser-Tsunamis

und

❄️ Nächte, in denen man freiwillig MIT Mütze schläft.


Wir haben den kompletten Winter in Holland auf unserem Katamaran verbracht – umbauen, frieren, weiter umbauen, nochmal frieren – und dabei eine Sammlung an Survival-Strategien entwickelt, die wir heute mit einem Lächeln (und leichten Kälteschauer im Rücken) teilen können.


Hier kommen die 7 Dinge, die unser Überleben gesichert haben:




1. Die Persenning – ein überdimensionales Puzzle aus Stoff und Wahnsinn


Die Persenning hatte unser Vorbesitzer bestellt.

Anleitung? Existiert nicht.

Markierungen? Keinerlei Chance.

Erste Reaktion? „Was zum Teufel IST das?“


Wir breiten das Ding aus – und plötzlich sieht unser Deck aus wie das größte Stoff-Puzzle Europas.

Persenning auf Katamaran Maido

„Passt das vorne?“

„Oder ist das hinten?“

„Warum hat diese Seite 200 Reißverschlüsse und jene keinen einzigen?“

„Ist das ein Eingang oder ein Luftschacht oder ein… Cape für Superhelden?“


ABER:

Als das Monster endlich stand, war es pure Erlösung.

Weniger Wind.

Weniger Kälte.

Weniger Feuchtigkeit.

Weniger Sicht.

Mehr Überlebenschancen.


Wintertauglichkeit: Absolut.

Aufbau: Nervenzusammenbruch-Level.




2. Heizlüfter – warmes Boot, kalte Nerven


Heizlüfter wärmen das Boot.

Und zwar erstaunlich gut.


ABER:

Sie sind laut.

So laut, dass man irgendwann glaubt, neben einem kleinen Düsenjet zu schlafen, der gerade Triebwerkstests macht.


Die Wärme ist angenehm, aber der Lärm macht dich irgendwann mürbe.

Besonders nachts.

Aber ganz ehrlich – ohne die Dinger wären wir eingefroren wie zwei vergessene Fischstäbchen.




3. Luftentfeuchter – das tägliche Wundergerät


Kein elektrisches High-End-Modell.

Kein Gel, kein Granulat — einfach ein stinknormaler Luftentfeuchter aus dem Baumarkt.


Und dann: Jeden einzelnen Morgen RANDVOLL.


Wir hatten vorher keine Ahnung, dass ein Boot so viel Wasser aus dem Nichts produziert.

Das Ding hat sich gefüllt wie ein Glas in einem schlecht gemachten Zaubertrick.

Ohne Witz:

Unser Entfeuchter hat mehr gearbeitet als so mancher Mensch im Dezember.




4. Warme Hände & warmer Kopf – modisch fragwürdig, überlebenswichtig


Anfangs dachten wir:

Segelbekleidung im Winter

„Ach, Handschuhe, Mütze… wird schon gehen.“

Später dachten wir:

„Wir schlafen jetzt MIT Mütze. Und nein, das ist kein Witz.“


Gute Handschuhe = bessere Stimmung

Warme Mütze = geistige Funktionsfähigkeit

Beides zusammen = man verliert nicht die Lust am Leben


Stylisch war das Ganze nicht.

Aber Winter-Boatlife ist sowieso kein Catwalk.




5. Thermowäsche + Segeljacke/-hose – das Michelin-Männchen-Setup


Das hier ist der Gamechanger.

Thermowäsche kombiniert mit Segeljacke und Segelhose macht dich zu einem warmen, wetterfesten, praktisch unzerstörbaren Wesen.


ABER – und das sagt dir keiner:

Du bewegst dich plötzlich wie ein Michelin-Männchen mit Gelenkproblemen.


Alles dauert länger.

SEHR viel länger.


Und gewisse natürliche Bedürfnisse?

Erfordern ab sofort eine Art „Bitte jetzt NICHT bewegen“-Planung.


Sagen wir so:

Wenn du glaubst, du „muss mal schnell“

Dann ist es sofort an der Zeit mit dem Ausziehen anzufangen.





6. Kopflampe – dein persönlicher Leuchtturm auf dem eisigen Steg


Eine Handylampe reicht im Winter?

Nein.

Definitiv nein.


Wenn du im Dunkeln bei -2° über einen eingefrorenen, wackeligen Steg läufst, brauchst du beide Hände frei — mindestens.


Mit Kopflampe:

Geordnet, sicher, fast professionell.

Mit Handylampe:

Verkürzte Lebenserwartung.


Die Kopflampe war unser treuester Begleiter.

Sie hat uns das Gefühl gegeben, die Kontrolle zu haben — auch wenn wir sie eigentlich nicht hatten.




7. USB-beheiztes Sitzkissen – dein kleines, heißes Winterglück


Dieses Ding sieht unscheinbar aus, kostet fast nichts… und rettet dir trotzdem regelmäßig den Verstand.

Denn wer im Winter auf einem Kat im Hafen sitzt, lernt eine harte Wahrheit: Kälte kriecht IMMER zuerst in den Hintern. Und wenn der Popo einmal gefroren ist, kannst du dich eigentlich gleich ins Bett legen und weinen.


Diese Kleinigkeit macht aus einem „Ich kann nicht mehr“ ein „Okay, ein Kaffee geht noch“.

Und im Winter zählt jeder kleine Sieg.




❄️ Fazit: Winter auf dem Katamaran? Brutal. Aber mit Humor und ein paar Tricks machbar.


Holland im Winter hat uns durchgeknetet wie ein Brotteig im Vollwaschgang.

Und: Wir würden es nicht wieder tun.…vielleicht. Wir bewundern jeden, der Winter für Winter in Holland auf seinem Boot lebt - echt Respekt!




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